Reingelesen: Schulprogramme des Stargarder Gymnasiums des 1. Weltkriegs

Über Schulprogramme haben wir schon oft berichtet. Zwei Digitalsiate, veröffentlicht in der Kujavisch-Pommerschen Digitalen Bibliothek, stellen aber eine Besonderheit dar.

Die Jahrgänge der Kriegsjahre 1914 und 1915 des Stargarder enthalten auch Lebensläufe und Todesumstände von gefallenen Lehrern und Schülern. Auch Ehemalige werden aufgeführt.

Das Stargarder Gymnasium und das Kriegsjahr 1914

Das Stargarder Gymnasium und das Kriegsjahr 1915

 

Reingelesen: Nachrichten, die Nicolai-Kirche in Berlin betreffend

Von Johann Heinrich Hintze – Zeno.org, ID-Nummer 2000407842X, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16098208

Gestern hat die Zentral- und Landesbibliothek Berlin Digitalisate, die Nachrichten, die Nicolai-Kirche betreffend, Ausgaben 1829-1848 veröffentlicht.

Darin dürften die Lebensläufe der Pröpste auch Pommernforscher interessieren, so z. B.

  • Lebenslauf von Johann Joachim Spalding, geboren 1714 in Tribsees in den Ausgaben 1837 und 1838.
  • Lebenslauf des Propstes Conrad Gottlieb Ribbeck, geboren 1759 in Stolp, Kreis Stolp in der Ausgabe 1839.

Für Familienforscher, die in Berlin suchen, sind die Listen der Getauften, Konfirmierten, Getrauten und Gestorbenen besonders interessant, die jedoch in der Ausgabe 1834 fehlen, in 1848 fehlen Taufen und Konfirmierte, dafür inkl. St. Marien in Ausgabe 1847. Unehelich geborene und tot geborene Kinder werden nicht aufgeführt.

Die Kirchenbücher sind bei Archion, Berlin, Brandenburg, schlesische Oberlausitz: Landeskirchliches Archiv Berlin: Berlin-Stadt I, St. Nicolai digitalisiert, hier fehlen die Konfirmierten. Die Einsichtnahme bei Archion ist kostenpflichtig.

Für Familienforscher eine gewinnbringende Kombination digitaliserter Quellen.

Flucht in den Westen vor 60 Jahren

Ein Beitrag von Norbert Lorenz

 

Offiziell sollte die Reise mit dem Zug am Tag vor Weihnachten 1960 von Grimmen in Vorpommern über Berlin zu den Verwandten nach Thüringen gehen. Aber der Plan unserer Eltern war ein anderer. Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen, Schikanen und Verhöre von Stasi und Polizei, Bespitzelung im Umfeld usw. Das alles ließ letztendlich den Plan reifen, die Heimat zu verlassen und gleichzeitig den Weg in eine ungewisse Zukunft zu gehen. Von all dem sollte ich als 7-jähriger Weiterlesen

Über das Aufschreiben von Erinnerungen, …

… über Trauer und Schmerz, über das “Warum” und “Für wen”, über ein paar in Sätze gekleidete Notizen und eine Fortsetzung. Hoffentlich. Auf jeden Fall ein Liebesbrief.

Seit vielen Jahren schreibe ich meine Familiengeschichte(n) auf. Interessante Funde zu längst verstorbenen Vorfahren, Notizen aus Erzählungen von Verwandten, eigene Erinnerungen werden in lesbare Sätze gekleidet. Inzwischen sind daraus vier Bücher entstanden, die ich in der Familie verteilt habe. Zahlreiche weitere Aufsätze warten darauf, in einem Buch zusammengefasst zu werden. Ich bin noch nicht fertig, ich habe noch viel, worüber ich schreiben möchte. Muss.

Diejenigen, die im März 2019 beim Greif-Seminar in Greifswald dabei gewesen sind, können sich bestimmt noch an meinen voller Begeisterung gehaltenen Vortrag über das Aufschreiben von Geschichten hinter den Daten erinnern. Ich erzählte zum Beispiel von den unzähligen Gesprächen mit meiner Mutter, über ihre Erinnerungen und wie ich mir dabei schnell, oft unleserlich, auf den unmöglichsten Papierschnipseln Notizen gemacht hatte. Einmal hatte ich hastig eine Notiz auf einen auf dem Tisch liegenden Umschlag gekritzelt und sie hatte gesagt: „Wenn ich dich so schreiben sehe, muss ich immer an John Maynard denken: Und die Schwalbe fliegt über den Eriesee. Und dein Stift fliegt über den leeren Umschlag.”

Vorbei.

Wenige Wochen nach eben diesem Vortrag starb meine Mutter. Ich hatte zu ihr eine enge Beziehung, ihr Tod hat mich schwer getroffen. Ich vermisse sie jeden Tag, ihre Sprüche fehlen mir, ihre Geschichten.

Im Herbst 2019 schaffte ich es unter vielen Tränen, in einem Trauerbuch all die Erinnerungen an die Krankheit, den Tod, die Beerdigung meines Vaters, dann die Geschehnisse rund um den Tod meiner Mutter aufzuschreiben, an die bewegenden Trauerreden, die ich für beide gehalten hatte. An das Leerräumen der Wohnung, bei dem auch oft gelacht worden ist. An die Reise nach Velgast, Rügen und Zingst, die ich gemeinsam mit meiner Schwester zum Andenken an meine Mutter gemacht hatte.

Und dann folgte eine Schreibblockade. Eine Leere, ein “Warum” und “Für wen”. Ich arbeite für den Greif-Blog, freue mich riesig über die Beiträge der anderen Forscher, Geschichten rund um deren Forschung. Habe selbst so viele Ideen, was ich schreiben könnte und ja auch will, aber am Ende des Tages habe ich wieder keine einzige Zeile über meine eigene Familienforschung zu Papier gebracht.

Dabei fühle ich gleichzeitig, dass ich es tun MUSS, denn niemand außer mir kennt die Geschichten meiner Eltern und meine eigene so gut wie ich. Und vermutlich niemand außer mir wird später mit den Notizen noch etwas anfangen können, viele davon immer noch nur in Stichworten vom Zettel in den PC getippt. Einblicke in ein Leben, für mich wichtig und interessant genug, dass ich sie mir sofort aufgeschrieben habe.

Erzählenswert allein schon deshalb, weil es ihr Leben war, ein Teil von mir und meinen Nachkommen.

Erinnerungen für mich als Kind meiner Mutter an meine Mutter als sie Kind war. Genau deshalb: Weil sie mir zeigen, dass meine Mutter nicht immer nur meine Mutter gewesen war. Sie war selbst auch mal jung, war Kind gewesen.

2021 wird nun das Jahr, in dem viele dieser Notizen und Stichworte erstmals in Sätze gekleidet werden. Erinnerungen an ihre Kindheit, die sie weitestgehend bei ihrer Oma verbracht hatte. Eine Kindheit, so ganz anders als meine. Fahrten mit dem Zug, als Vierjährige, ganz alleine. Über die gute Stube, in der ihre Mutter abends an dem Heiligabend starb, als meine Mutter sieben Jahre alt wurde. Über Zöpfe, die sie nicht tragen durfte und schmutzige Fingernägel. Über die Flucht in die britische Zone und dem Grund, warum sie darüber so glücklich war.

Jede noch so kleine Erinnerung ist wichtig. Jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden, weil jedes Leben einzigartig ist. Die Frage nach dem “Warum” ist also klar.

Bleibt die Frage nach dem “Für wen”.

Meine Mutter hat sich über jedes meiner Bücher gefreut. Das letzte war das Buch über die Lebensgeschichte ihres Vaters gewesen. Gott sei Dank habe ich ihr das noch schenken können! Im Zweifel schreibe ich nun weiter, weil es MIR wichtig ist. Den Rest der Familie kriege ich auch noch, irgendwann.

Eine Freundin schrieb mir mal folgende Zeilen, ich finde, die passen hier nun wirklich gut.

Irgendwann, wenn deine Tochter schon Oma ist,

wird ein Cousin 5. oder 6. Grades mit ihr Kontakt aufnehmen

und dann werden die beiden auf den Speicher gehen, alte Koffer und Truhen öffnen

und nach deinem Buch suchen.

Sie werden es finden, allerdings schon ein bisschen staubig,

und der Cousin wird hocherfreut mit seinem Schatz von dannen ziehen und denken:

„Man gut, dass es Leute gibt, die mal was aufgeschrieben haben.”

 

Neujahrsbräuche

Der Lehrer Papenfuß aus Wusseken schreibt in der Ostpommerschen Heimat 1931 Nr. 50 über „Heimatliche Silvester- und Neujahrsbräuche”:

“Der Hausvater aber geht in der Neujahrsnacht in den Garten und bindet den Obstbäumen Strohseile um, hinter die er kleine Geldstücke oder Kuchenstücke steckt als Dank für die Ernte im alten Jahr und als Anreiz für die Bäume, im neuen Jahre reichlich zu tragen.

Das neue Jahr beginnt und mit ihm neue Arbeit. Wer nach dem Glauben der Alten im neuen Jahr als Erster mit einem Fuder Dung aufs Feld kam, der hatte eine gute Ernte zu erwarten. Durch die christliche Lehre ist der Jahresanfang ein Sonn- und Ruhetag geworden und das Dungfahren an diesem Tage ist daher nicht angebracht; aber der Landwirt will doch dem alten Glauben getreu die Anwartschaft auf eine gute Ernte haben und so wird als Ersatz für die Fuhre Dung ein Eimer Asche am Neujahrsmorgen in aller Frühe auf die Bleiche hinter dem Hause getragen. ”

Die Greif-Bibliothek trennt sich von Buch-Dubletten

Aus seiner Vereinsbibliothek bietet der Pommersche Greif günstig Buch-Dubletten zum Verkauf an. In der Dublettenliste finden Sie ein umfangreiches Sortiment an Büchern zur Geschichte Pommerns und einzelner Kreise, Lebensgeschichten, Bildbände usw.:

Aktualisiert! Dublettenliste Stand 04.01.2021

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Senden Sie Ihre Bestellung bitte an: Andre.Marten@pommerscher-greif.de.
Neben den Titeln nennen Sie bitte Namen und Anschrift, sowie die Nummer des “Pakets” (steht in der Übersicht), das erleichtet ihm die Suche nach Ihren gewünschten Buchtiteln.

Sie erhalten die bestellten Bücher inklusive Rechnung.

 

 

Mühlen in Pommern – unser Adventskalender 2020

“Zwischen den Jahren” haben wir Zeit, die schönen Fotos aus dem Greif-Adventskalender diesen Jahres in Ruhe zu betrachten. Wer keine Gelegenheit hatte, täglich in den sozialen Medien zu folgen, findet alle 24 Mühlen in diesem Beitrag.

Bild: Mühle Eldena – Corradox, CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons)

Jeden Morgen haben wir eine Tür geöffnet, hinter der sich eine pommersche Mühle befunden hat. Weiterlesen

Legende vom Glöckchen

Adventslegende

Von dem Gipfel eines Berges, gar lieblich gelegen, schaute eine kleine Kapelle weit in die Lande. Sie blickte auf der einen Seite auf einen großen Tannenwald, dessen Konturen sich im matten Violett bis zum Horizont hinzogen. Auf der anderen Seite, ihr zu Füßen, Weiterlesen