Der Tauschlepper – Ein ausgestorbener Pfingstbrauch in Vorpommern

Ein Gastbeitrag von David Krüger

 

Den Morgentau abschleppen? Dies tat der Tauschlepper!
„De Doschleper“, bi uns to Hus!

Wenn beim Dorf noch der nächtliche Frühlingstau lag und die Pflanzen bedeckte, dann gingen die Jungen des Dorfes – oft schon zwischen 0:00 und 1 Uhr nachts aus ihren Häusern. Der erste weckte mit lautem Peitschenknallen den zweiten, dieser den dritten und so weiter. So war schon vor dem Pfingstmorgen die männliche Jugend des Dorfes auf den Beinen. Die Jungen warteten auf dem Dorfanger oder am Dorfteich, bis der letzte kam – und ein kurzes Pfingstgrüßen und Besprechen der Festfolge zum Pfingstsonntag schloss sich an. Weiterlesen

Wussten Sie eigentlich … von Diözesanarchiven für die Pommernforschung?

Wir vom Greif bemühen uns, Quellen rund um die Pommernforschung aufzuspüren und Ihnen mitzuteilen. Seit einiger Zeit lassen wir diese Informationen in unsere Quellensuche einfließen.

Doch in den Tiefen unseres Webauftrittes verbergen sich mitunter noch Hinweise, die selbst unserem Vereinsvorsitzenden bisher nicht aufgefallen waren. Als er vor kurzem bei einem Webinar des Compgen durch unsere Webseiten führte, fehlte deshalb auch der Hinweis auf besondere Lagerorte für  Kirchenbücher des ehemaligen Pommern – den heutigen katholischen Diözesanarchiven in Polen.

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Versteckte Quellen zur Familienforschung im Kreis Cammin

Ein Gastbeitrag von Prof. Hans-Dieter Wallschläger

 

Neben einigen im Original bzw. als Abschrift verfügbaren Kirchenbüchern und Standesamtsregistern (siehe u.a. Sedina-Archiv Bd. 11, Nr. 3 (2004), S. 111-123 und der Greif-Quellensuche – große Teile davon sind bereits in Ortsfamilienbüchern ausgewertet) gibt es eine Reihe weiterer Veröffentlichungen, die heute weitgehend unbekannt sind. Sie stammen zumeist aus der Feder ortsansässiger Pastoren, Lehrer und anderer Chronisten.

Eine erste umfassende Sammlung stammt vom Verfasser der 1880 erschienen Chronik „Geschichte der Stadt Cammin in Pommern“ Ludwig Kücken (1839-1882). Der Gärtner und Ziegeleibesitzer hatte es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht die Abfolge der Hausbesitzer in Cammin zu erforschen. Er erstellte ein umfangreiches Manuskript, das den Zeitraum von 1529 bis 1880 umfasste und übereignete dieses vor seinem Tode im Jahre 1882 dem ehemaligen Staatsminister und Landrat von Köller.

Von diesem wiederum erhielt es der Lehrer und Heimatforscher Rudolf Spuhrmann (1856-1944). Dieser aktualisierte das Verzeichnis und begann im Januar 1927 mit der Veröffentlichung in den „Heimatstimmen aus dem Kreis Cammin“, der monatlichen Beilage der „Camminer Kreiszeitung“ unter der Überschrift „Cammin vor alters“. Für die von Kücken erfassten 262 Häuser innerhalb der Stadtmauer (Ratswiek) konnte er die Veröffentlichung im Dezember 1931 abschließen. Auf Wunsch der Leserschaft fügte er 1929 einen Artikel zur Herkunft der Straßennamen bei und publizierte 1934 eine Zusammenfassung der Hausbesitzer und Mieter auf der Basis der inzwischen neu vergebenen Hausnummern. Die von 1927 bis 1935 erschienenen „Heimatstimmen aus dem Kreise Cammin“ haben nur in wenigen Ausgaben (Universitätsbibliothek Greifswald, Deutsche Nationalbibliothek Leipzig) die Wirren der Zeit überstanden. Eine gekürzte Fassung mit den Namen ab 1800 erschien zwischen 2014 und 2016 in den Folgen 510 – 522 der Heimatzeitschrift „Camminer Heimatgrüße“. Das Manuskript in Form einer durchsuchbaren pdf-Datei kann bei mir angefordert werden.

Der Camminer Lehrer und Ortschronist Rudolf Spuhrmann.

Der schon erwähnte Landrat Ernst-Matthias von Köller (1841-1928) konnte kraft seines Amtes um 1880 von den örtlichen Pastoren Kirchenbuchauszüge zu adligen Personen erstellen lassen, die unter dem Titel “Kirchenbuchauszüge aus den Kirchenbüchern des Kreises Cammin i. Pommern und einiger benachbarter Parochien (bis zum Jahre 1888)” in der Vierteljahresschrift für Wappen, Siegel- und Familienkunde Bd. 38 (1910), S. 319-392 und Bd. 39 (1911), S. 1-88 erschienen sind.

Reichspräsident Paul von Hindenburg besucht 1928 den Staatsminister a. D. und ehemaligen Landrat Ernst-Matthias von Köller in Cammin.

Nicht weniger unermüdlich in der Auswertung alter Quellen war der in dritter Familiengeneration in Fritzow amtierende Dorfpastor Georg Franz August Strecker (1853–1938). Er publizierte eine große Zahl heimatgeschichtlicher Artikel, die größtenteils im „Kirchlichen Monatsblatt für die Synode Cammin“ erschienen (Universitätsbibliothek Greifswald) und wie viele andere durch die Pastoren verfasste Auswertungen aus Kirchenchroniken und -büchern einer breiten Öffentlichkeit verschlossen blieben. Zudem stammen aus dem Nachlass von Strecker wichtige unveröffentlichte Ausarbeitungen, wie das heute in Privathand befindliche und mehrere hundert Seiten umfassende Manuskript zur Kirchengeschichte der Synode Cammin (unvollständige Kopie im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin).

Mit vielfältigen genealogischen Fragestellungen beschäftigte sich auch der Camminer Lehrer Friedrich Karl Oelgarte (1878-1969). Leider ist seine Sammlung bei Kriegsende 1945 in Cammin verblieben und dort verloren gegangen. Von ihm stammt u.a. eine 1928 erschienene Abschrift des Bürgerbuchs von Cammin 1662 bis 1780, das heute im Landesarchiv Greifswald liegt. Eine erweiterte bis 1809 reichende Fassung wurde im Sonderheft 3 des Sedina-Archivs 2005/2011 „Der Kreis Cammin – Quellen und Einwohner“ publiziert.

Hans-Dieter Wallschläger

 

Die falsche Grabsteingravur

Recht früh stieß ich bei der „Bestandsaufnahme“ meiner Familienforschung auf ein altes Foto. Zuerst wusste ich nicht, wer das sein soll, mein Vater meinte damals nur: “Irgendein Marten“.

Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass das Bild vom Friedhof in Ziegenort, Kreis Ueckermünde stammt und es zeigt den Grabstein meines Ururgroßvaters dem Landwirt August Marten, das Bild dürfte so um 1921 entstanden sein.

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Suchanfrage Ernst Radtke

Ernst Radtke wurde im Jahr 1921 in Seinskau (Zajonskowo), Kreis Löbau, Westpreußen geboren. Im Taufeintrag wird seine ledige Mutter als “Ansiedlertochter” bezeichnet.

Sie blieb unverheiratet und ertrank 1930 in einem Teich auf dem gepachteten Hof ihres Vaters in Glasenapp, Kreis Neustettin. Dort lebte Ernst Radtke dann zunächst gemeinsam mit seiner Großmutter, die in demselben Jahr Witwe wurde.

Irgendwann danach brannte dieser Hof ab, wann genau das war, ist allerdings unklar. Lässt sich darüber mehr herausfinden?

Später arbeitete die Großmutter auf einem anderen Hof in oder bei Bublitz, möglicherweise in Christophshagen, Kreis Köslin.

Es ist nicht klar, ob das folgende Foto den früheren (dann abgebrannten) in Glasenapp oder den späteren Hof bei Bublitz zeigt. Wie kann ich darüber mehr erfahren?

Ernst Radtke hat in den Jahren 1937 – 1940 bei Maschinenfabrik Arthur Schütz in Bublitz eine Maschinenschlosserlehre absolviert und dann dort bis zur Einberufung zur Wehrmacht im Februar 1941 als Geselle gearbeitet. Existiert noch ein Foto der Maschinenfabrik?

Ernst Radtke wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen und konnte sich bei Kriegsende über Umwege in den Westen durchschlagen.

In seiner Heiratsurkunde aus dem Jahr 1947 steht, dass seine Mutter Berta Maria Luise Radtke am 5. Mai 1888 in “Altvalm, Westpreußen” geboren wurde. Einen solchen Ort gibt es allerdings nicht. Hier könnte es zu einer Verwechslung gekommen sein. Richtig ist hier wohl eher der Ort Alt Valm, Kreis Neustettin, unweit des Ortes Glasenapp. Hier konnte ein möglicherweise passender Taufeintrag vom 15. Juni 1890 (Geburt 14. Mai 1890) gefunden werden.

Ich freue mich über jeden Hinweis.

Werner Radtke

 

 

Aus der Schwedenzeit der Insel Usedom

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

 

Die Schwedenzeit auf der Insel Usedom begann mit der Landung des Königs Gustav II. Adolf, und seinen Truppen im Jahre 1630 zur Mittsommerzeit. Sie dauerte auf unserer Insel durch Kriegsende und Erwerb durch Preußen bis zum Jahr 1720.

Welche Spuren sind aus dieser Zeit heute noch auf der Insel zu finden?

Wer sich ein wenig mit dieser Geschichte befasst, findet noch viele Hinweise auf diese Zeit. So können wir, dank Herrn Ulrich Knöfel aus Loddin und dem Heimatverein Loddin ein Kleinod aus dieser Zeit im Heimatmuseum im Bahnhof Kölpinsee bewundern.

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Data-Mining in Krisenzeiten

Ein Gastbeitrag von Wolfram Stratmann

 

Meine Frau hatte die Idee, ich solle die Corona-Krisenzeit nutzen und meine Kisten im Terrassenzimmer anschauen, damit dort endlich das schon lange geplante Multimediazimmer eingerichtet werden kann.

Voller Bedenken machte ich mich an meinen Kisten zu schaffen. Neben Kisten mit Unterhaltungselektronik waren dort auch Zettelkisten von meiner Ahnenforschung. Deren Inhalt sollte auch sortiert werden. Ein meterhoher Zettelberg. Der kam zustande, weil ich für die Zeit von Verwandtenbesuchen mein Arbeitszimmer räumen musste. Die Zettel mit dem jeweils aktuellen Recherchestand kamen kurzerhand in Kartons, diese wollte ich nach Ende der Besuche gleich wieder öffnen, was natürlich nie geschehen war. Nun heißt es endlich, jeden Zettel ansehen und auf den richtigen Haufen legen. Später jeden Haufen durchsehen und die Zettel in Akten einordnen.

Dabei fanden sich Zettel zu einem Karl Marquardt und einem Carl Marquardt mit gleichem Geburtsdatum. Es blieb zu klären, welcher der beiden in die direkte Namenslinie der Marquardts gehört. Weiterlesen

Bleib zuhause – Kurve flach halten – forsche online in Pommern

Unter dem Motto “Bleib zuhause – #Kurveflachhalten – forsche online in Pommern” ruft der Pommersche Greif in Zeiten von Corona auf Twitter und Facebook Webseiten und Datenbanken rund um die Familienforschung in Pommern in Erinnerung.

Datenbanken:

Die erste Wahl, um mehr über einen Ort in Pommern zu erfahren ist selbstverständlich die Greif-Quellensuche in Kombination mit unserer Datenbank GreifX (Wichtig: Hier können bei der Suche Platzhalter verwendet werden.)

Personensuche für den Kreis Kolberg und Umgebung: Personen-Datenbank KolbeX mit aktuell etwa 335.000 Personendaten.

Für die Personensuche im Kreis Stolp und weit drumherum unverzichtbar: Der Globalindex mit über 4 Mill. Angaben, Es gibt Überschneidungen mit der Greif-X.

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