Neuauflage des vergriffenen Sonderhefts „Der Kreis Cammin – Quellen und Einwohner“

Unser Mitglied Hans-Dieter Wallschläger hat das vergriffene Sonderheft „Der Kreis Cammin – Quellen und Einwohner“ überarbeitet und umfassend ergänzt. Das Heft liegt jetzt in 3. Auflage als Sonderheft 20 in der Reihe „Materialien zur pommerschen Familien- und Ortsgeschichte“ vor.

Es kann unter andre.marten@pommerscher-greif.de zum Preis von 20,00 EURO plus Versandkosten bestellt werden.

Der Quellenteil (Bibliographie) wurde durch viele neue Zitate erweitert. Die Ergänzungen betreffen u.a. die Weiterführung der Abschrift des Camminer Bürgerbuchs bis 1815 und die Aufnahme eines Kapitels zu den im Internet verfügbaren 16 Ortsfamilienbüchern über den Kreis Cammin. Im Unterschied zur ersten 2005 erschienenen Auflage mit 210 Seiten, umfasst die dritte Auflage jetzt 268 Seiten.

Sehr bedauerlich: GenPol und metryki.genbaza werden eingestellt!

Tomasz Nitsch, der Betreiber der Seiten Genpol.com und metryki.genbaza.pl hat die Einstellung beider Websites zum 3. März 2022 angekündigt!

Eine Entscheidung, die wir außerordentlich bedauern. Damit stehen Digitalisate von Kirchenbüchern und Standesamtsurkunden auf unbestimmte Zeit auch für Pommernforscher nicht mehr zur Verfügung.

Wir hoffen, dass besonders die Digitalisate schnell wieder (an anderer Stelle) zur Verfügung gestellt werden können.

Vielen Dank Tomasz Nitsch für die vielen Jahre Ihres Engagements!

Dziękujemy Tomaszowi Nitschowi za wieloletnie zaangażowanie!

Hier der ins Deutsche übersetzte Wortlaut:

„3. März 2003: Dies ist der Tag, an dem es begann, und 3.3.22 wird es enden.

Ich habe mich mehrmals entschlossen, aber immer hat mich jemand oder etwas von diesem Weg abgebracht. Dieses Mal ist es jedoch die endgültige Entscheidung. Ebenfalls 19 Jahre nach dem Start von GenPol wird die Website eingestellt, und mit ihr auch die damit verbundenen Dienste wie metryki.genbaza.pl.

In dieser Zeit hat sich viel getan. In vielen Bereichen war GenPol ein Vorreiter und darauf bin ich sehr stolz. Lange Zeit hatte GenPol das aktivste Diskussionsforum. Viele Jahre lang hatten wir mehr digitale metrische Ressourcen als jedes andere Archiv in Polen, einschließlich des NAC. Und was besonders wichtig ist: GenPol war viele Jahre lang ein Ort, an dem sich Freundschaften gebildet haben, Gruppen von Menschen, die zusammenarbeiten. Die Jahrestagung war für viele sogar die einzige Gelegenheit, Genealogen aus anderen Teilen des Landes zu treffen.

All dies dank der netten Atmosphäre und der vielen positiven Menschen. Dank der großartigen Arbeit vieler Freiwilliger, die Fotos in den Archiven aufnehmen und sie kostenlos im Internet zur Verfügung stellen. Dank an diejenigen, die gerne geben und nicht nur nehmen.

Aber das Leben schreitet unaufhaltsam voran. Die genealogischen Gesellschaften haben an Stärke gewonnen, viele sehr interessante Initiativen sind entstanden. Ich möchte nur die Treffen in Brzeg erwähnen, die mit ihrer Größe und Professionalität zu einem unübertroffenen Vorbild für andere Veranstalter wurden und sogar die GenPol-Geburtstage weit hinter sich ließen. Die Archive, darunter auch AP, haben eine sehr solide Finanzierung erhalten und mit großem Engagement begonnen, Digitalisierungs- und Zugänglichkeitsprojekte für metrische Ressourcen durchzuführen.

Ich weiß, ich kann nicht mehr alles aus meiner eigenen Tasche finanzieren. Sie können Mittel aufbringen und weiterarbeiten. So endete zum Beispiel mein letzter Versuch, den Dienst vor einem Jahr einzustellen. Damals habe ich zum ersten Mal um Unterstützung gebeten, und in kurzer Zeit kamen etwa 6500 PLN zusammen, was ausreichte, um den Server für eine lange Zeit zu bezahlen. Tatsache ist jedoch, dass ich mit dem Zufluss neuer Ressourcen die Serverressourcen weiter ausbauen muss und immer häufiger und für größere Beträge um Hilfe bitten müsste. Es genügt zu sagen, dass sich allein die Gebühren an OVH (Servermiete, Domaingebühren) in den letzten zwei Jahren auf 30 023 PLN beliefen. Gleichzeitig erhielt ich Spenden in Höhe von 11 859 PLN, und ich danke allen Spendern sehr, sehr herzlich.

Aber die Kosten für Server sind nur ein Teil des Themas. Denn – und das muss man offen zugeben – alle GenPol-Websites hinken immer mehr hinter den besten IT-Lösungen hinterher. Oftmals verursachte das System, das die Metriken verwaltete, Probleme bei der Registrierung oder bei der Erinnerung an das Passwort. Wir hatten auch eine ganze Reihe von Angriffen auf unseren Server. Mit jedem Jahr, das verging, wurde es schwieriger, einen Programmierer zu finden, der bereit war zu helfen. Und das ist nicht einmal mehr eine Frage des Geldes. Und die Beantwortung von immer mehr „Es funktioniert bei mir nicht, warum?“-E-Mails nahm immer mehr Zeit in Anspruch. Oft war diese Kommunikation auch äußerst unangenehm.

Das Leben mag kein Vakuum. Als ich die Menschen, die mir am nächsten stehen, über meine Entscheidung informierte, begannen viele von ihnen, intensiv an alternativen Lösungen zu arbeiten. Die erste Priorität dieser Aktivitäten wird es sein, die metrischen Ressourcen verfügbar zu machen, die nur auf metryki.genbaza.pl verfügbar sind, z.B. die Ressourcen des AP Gdańsk. Wir arbeiten derzeit zusammen, und wenn nötig, werde ich diese Initiativen entweder mit meinem Wissen oder finanziell unterstützen. Wenn man den heutigen Stand der Dinge realistisch einschätzt, bin ich davon überzeugt, dass diese Ressourcen ständig im Internet verfügbar sein werden. Wahrscheinlich unter einer neuen Adresse und in einem anderen System, aber sie werden es sein.

Ich werde mehr über dieses Thema schreiben. Sie können auch einige Erinnerungen an die Gewinner der Genealogie des Jahres, an Personen, die GenPol mitgestaltet haben, und an die Spender der letzten Zeit erwarten.

Bleiben Sie in Kontakt.

Mit freundlichen Grüßen, Tomasz (Tomek) Nitsch“

(Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

Pommersche Flüchtlinge und Vertriebene in Ostholstein – Ein Hilfsregister zum Namensregister

Ein Beitrag von Klaus-Dieter Kreplin

 

Pommersche Flüchtlinge und Vertriebene in Ostholstein

 

Hilfsregister zu dem Namensregister in dem Band:
Nach Flucht und Vertreibung Ein neuer Anfang in Ostholstein (ehemalige Kreise Eutin und Oldenburg in Holstein)
Eine Dokumentation des Kreisverbandes Ostholstein im Bund der Vertriebenen (BdV) e.V. Eutin 1987

Dieses Buch enthält die Namen der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen, die infolge des 2. Weltkrieges in den beiden genannten Kreise aufgenommen wurden. In dem darin enthaltenen „Namensregsiter“ sind insgesamt über 60.000 Einzeldatensätze erfasst. Dieses Hilfsregister enthält daraus die Namen aus pommerschen Kreisen, die eindeutig identifiziert werden konnten. Es sind umfangreiche weitere Namen von Flüchtlingen und Vertriebenen vorhanden, bei denen auch als Herkunft Pommern angegeben ist, die hier aber nicht aufgenommen wurden. Zum einen gehören dazu die Orte, deren Name in mehreren pommerschen Kreisen vorkommt. Zum anderen gibt es eine Reihe von Ortsangaben, bei denen zwar Pommern notiert wurde, aber die nicht anhand von Ortsverzeichnissen identifiziert werden konnten. Neben Pommern gibt es auch umfangreiche Angaben zu Flüchtlingen und Vertriebenen aus Ostpreußen, Westpreußen, Posen, Mecklenburg usw.. Verzeichnet sind soweit erkennbar alle als Vertriebene zur damaligen Zeit in den beiden Kreisen zuerst Ankommende. Das betriftt die Herkunft aus heute nicht mehr zur Bundesrepublik gehörenden Orte, aber auch die Flüchtlinge aus der späteren DDR. Nicht verzeichnet sind offensichtlich die zuvor woanders erfassten, also nicht z.B. eventuell aus Dänemark ankommende. Viele waren nur vorübergehend in Ostholstein und sind bald in andere Länder (oft in der englischen Zone) umgesiedelt worden. Weiterlesen

„Weihnachtsschule“ in unseren Dörfern

Paul Scharnofske war ab 1924 Lehrer in Wobesde, Kreis Stolp. Im „Stolper Heimatblatt für die Heimatvertriebenen aus der Stadt und dem Landkreis Stolp in Pommern“ aus dem Dezember 1953 veröffentlichte er diese Erinnerung an die Weihnachtszeit.

„Weihnachtsschule“ in unseren Dörfern

Von Paul Scharnofske

Schule in Alt Warschow Kreis Schlawe 1903

Schule in Alt Warschow Kreis Schlawe 1903

Als der gute Stolper Schulrat B. mich eines Tages telephonisch davon in Kenntnis setzte, daß er am 18. Dezember mit der „Arbeitsgemein­schaft der Junglehrer“ in meine Landschule W. kommen wolle, mußte ich ihm antworten: „Das geht leider jetzt nicht. In den Tagen vor Weih­nachten gibt es für uns auf dem Lande keinen Stundenplan und keine gefächerte Schularbeit mehr. Wir bereiten nur die , Weihnachtsschule‘ vor.“ So war es tatsächlich überall in den Dörfern. Die „Weihnachts­schule‘ bedeutete soviel als .Schul-Weihnachtsfeier“, an der das ganze Dorf beteiligt war. Da kamen die Alten und die Jungen, die Frauen und die Männer. Selbst solche Eltern fehlten nicht, denen das Wohl der Schule als der Lehranstalt ihrer Kinder sonst gar nicht so sehr am Herzen lag (In Kirchdörfern wurde die Feier auch wohl ins Gotteshaus gelegt)
Schule in Alt Warschow Kreis Schlawe 1903

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Heiliger Abend auf dem Oderkahn

Wir liegen mit unserem Kahn in Küstrin und warten auf gute Nachricht. Gute Nachricht, das heißt für uns, freie Fahrt bis Stettin. Wenn wir erst dort sind, dann haben wir Zeit, dann mag die Oder vollends im Eise erstarren. Und während wir untätig sitzen und warten, schwimmen die schweren und breiten Schollen klirrend und klingend an uns vorbei und poltern zuweilen dumpf gegen den schwarzen Leib des Kahnes. Spät erst kommt der Schiffer zurück und macht ein betrübtes Gesicht. Er sagt nichts und zuckt nur die Schultern. Aber wir wissen Bescheid.

Wir stehen vorn auf dem Kahn, rauchen unsere Pfeifen, spucken von Zeit zu Zeit in das nebelqualmende Wasser, bis in der Ferne ein kleiner Schleppzug erscheint. Gewiß, die Kähne sind leer und klein und haben nur wenig Tiefgang, aber wenn die durchgekommen sind, werden wir es wohl auch noch schaffen. Unser Schiffer will nicht so recht ran aber wir anderen reden ihm zu. Er ist in den Kahn zu der Frau gegangen und bespricht nun die Sache mit ihr. Als er wiederkommt, nickt er nur kurz und knöpft sich die grüne Jacke bis unter den Hals fest zu. Wir anderen stehen schon fertig am Anker, am Ruder und werfen die Taue los. Der Junge schleppt die langen Stangen nach vorn. Wir werden sie brauchen können, wenn wir noch bis zum Heiligen Abend in Stettin festmachen wollen. Weiterlesen

Familiengeschichtliche Quellen für die Insel Rügen

Ein Beitrag von Norbert Wewezer

 

Dieser Beitrag soll etwas über familiengeschichtliche Quellen, außerhalb der Kirchenbücher, für die Insel Rügen, aufzeigen. Da kämen also in Frage: Landesaufnahmen, Volkszählungen, Steuerlisten, Einwohnerlisten, Bürgerbücher, Jährliche Abgaben – wie Kornzehnt, Gänsezehnt usw. welche verzeichnet wurden, des weiteren Untertanenlisten, Brand-Akten, Stammrollen, Auswandererlisten, Reisepässe usw. man könnte die Aufzählung noch weiterführen.

Karte: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 240-242., zeno.org, Gemeinfrei

Bleibt die Frage: Was ist noch vorhanden und wo findet man solche Unterlagen? Und welcher Personenkreis kommt in welchen Akten vor?

Bei Landesaufnahmen geht es hauptsächlich um die Ländereien. Es werden dann aber auch deren Besitzer und Pächter bei größeren Liegenschaften auch die Verwalter genannt. Die Bewohner ohne Besitz oder Pacht werden nicht erwähnt. Ebenso verhält es sich mit den Steuerlisten. Es werden nur die Besitzer und Pächter von Ländereien und Immobilien zu Steuern herangezogen. Alle anderen werden nicht erwähnt. Wie z. B. die Bauern und Arbeiter auf den Gutshöfen. In den Listen wo die vielschichtigen Kirchenabgaben verzeichnet sind, werden die Namen der Familienvorstände genannt. Wie auch meistens in den Einwohnerlisten, manchmal wird die Anzahl der Familien-mitglieder genannt. Bei den Volkzählungen werden dann auch die Namen der Ehefrauen und der Kinder genannt. Dann haben wir noch die Brandakten wo dann die Betroffenen genannt werden. Stammrollen verzeichnen die Militärpflichtigen und Auswanderer erklärt sich von selbst. Weiterlesen

Verkauf von „Buchpaketen“ aus der Greif-Bibliothek

Kurz vor dem Jahresende bieten wir noch einmal aus unserer Vereinsbibliothek Buch-Dubletten zum Verkauf an.

Neben verschiedenen Buchpaketen zum günstigen Paketpreis haben wir auch wieder einzelne Bücher im Angebot.

Liste der Bücher und Buch-Pakete, Stand 16.12.2021

Senden Sie Ihre Bestellung bitte an: Andre.Marten@pommerscher-greif.de.

Teilen Sie uns bitte Ihren Namen und Anschrift, sowie den Namen „Pakets“, bzw. bei den einzeln verkauften Büchern den Titel des gewünschten Buches mit.

Sie erhalten die bestellten Bücher inklusive Rechnung.

 

 

Ein Geschenk vom Nikolaus

Der Nichterreichbarkeit eines Zeitungsportals am vergangenen Wochenende ist es zu verdanken, dass ich das älteste Rätsel meiner Ahnenforschung endlich lösen konnte. Was für ein wunderbares Nikolausgeschenk!

Weil jeder Ahnenforscher nachempfinden kann, wie man sich da fühlt, erzähle ich heute gerne davon.

Hier erst einmal eine ganz kurze Zusammenfassung über das, was mir bisher in dieser Linie bekannt gewesen war:

1987, als ich mit der Ahnenforschung begann, bekam ich Notizen meines Opas in die Hände, die er zum Ausfüllen eines arischen Nachweises gemacht hatte. Dabei befand sich ein Brief seines Vaters (meines Urgroßvaters), den dieser ihm 1937 geschickt hatte. Daten seiner Vorfahren aus Westpreußen:

Ich heiße Johann Bieschke, geb. am 23.5.1880 in Schönwalde, Kreis Neustadt, WPr., kath.

Mein Vater: August Bieschke ist geb. 6.11.1843 in Schönwalde, Kreis Neustadt, WPr., kath.

Meine Mutter Barbara Bieschke geborene Pionke ist geb. am 4.12.1846 in Steinkrug, Kreis Neustadt, WPr., kath.

Es folgen noch Daten zu seinen Großeltern und Urgroßeltern väterlicherseits.

In den mikroverfilmten Kirchenbüchern fand ich damals die Taufe meines Urgroßvaters. Ich fand die Heirat seiner Eltern, die Taufe seiner Mutter (ihr Geburtsdatum stimmte aber nicht mit dem im Brief genannten Datum überein), Daten seiner Geschwister. Aber ich suchte mir die Augen blutig nach dem Taufeintrag meines Ururgroßvaters August Bieschke und dessen im Brief genannten Vorfahren. Nichts! Die Angaben in dem Brief stimmten nicht! Weiterlesen