Pommern im katalanischen Weltatlas um 1375

Der Katalanische Weltatlas ist ein um 1375 in der Kartenwerkstätte von Abraham und Jehuda Cresques auf Mallorca entstandener Atlas. Er besteht aus insgesamt sechs Doppelbildern, 64 Zentimeter × 50 Zentimeter groß, die als sogenannte Portolan-Karten die Küsten und Häfen einiger Gegenden mit besonderer Genauigkeit abbilden.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Katalanischer_Weltatlas)

In einem russischen Blog finden sich qualitativ gute Scans dieses Atlanten. (klicken um das Bild zu vergrößern)

Der hier abgebildete Teil, der Pommern zeigt, stammt aus dieser Quelle. Manche Städte lassen sich gut identifizieren (Colberg, Greifswald) aber bei vielen gerät man ins Grübeln. Liegt Stettin östlich oder westlich von Colberg? Was können sie erkennen?

Die Procuraturregister der Universität Greifswald

Unter einem Prokurator (lat.: procurator) versteht man eine aus dem römischen Rechts- und Staatswesen überkommene Amtsbezeichnung für Funktionsträger beispielsweise  in der Vermögensverwaltung. Die Procuraturregister der Universität sind die Aufzeichnungen dieser Vermögensverwaltung.

Wartislaw IX (Quelle=http://ruegenwalde.com/greifen)

Wartislaw IX (Quelle=http://ruegenwalde.com/greifen)

Die Universität Greifswald wurde bei ihrer Gründung 1456 vom Stifter, dem Herzog Wartislaw IX.  mit Einkünften und Gütern ausgestattet. Diese Ausstattung wurde mehrfach erweitert, zuletzt 1634 erhielt die Universität das ehemalige Kloster und das fürstliche Amt Eldena

geschenkt. Diese Ländereien von über    10 000 Hektar waren bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Universität. Nach der Wende konnten Rückübertragungsanträge gestellt werden, so dass z.b. der Spiegel 2004 die Universität als “reichste Hochschule Deutschlands” betitelte. Heute hat die Uni wieder Liegenschaften von ca. 8700 Hektar.

 

Was hat dieser Grundbesitz für uns als Familienforscher für eine Bedeutung? Die meisten Ländereien waren verpachtet und in den Procuraturregistern, die man mit einem Kassenbuch vergleichen kann, sind die Pachteinnahmen und die Namen der Pächter säuberlich aufgelistet. Weiterlesen

Der erste deutsche genealogische Podcast ist da!

Podcast der Genealoge

Podcast: der Genealoge

Was ist ein Podcast? Am ehesten kann man einen Podcast mit einer Radiosendung vergleichen, die man auf Kassette aufgenommen hat und so beliebig z.b. im Auto abspielen kann.  Das Zeitalter der Kassetten ist aber vorbei, heute speichert man so etwas als MP3 und hört sich das dann über MP3-Player, das Handy oder eben doch wieder übers Autoradio an.  Viele Rundfunksender beispielsweise stellen inzwischen interessante Beiträge so zur Verfügung und wenn man Aktualisierungen abonnieren kann: dann hat man exakt einen Podcast. Weiterlesen

Internationaler Suchdienst in Bad Arolsen – Video über die Bestände

Der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen dient Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und deren Angehörigen, indem er ihr Schicksal mit Hilfe seines Archivs dokumentiert. Überlebende des nationalsozialistischen Terrors und ihre Familienangehörigen erhalten auf Anfrage vom ITS Auskunft aus den Archiven. Dazu zählen Häftlinge aus Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen, Zwangsarbeiter sowie Displaced Persons.
Dieses Video vom Hessischen Rundfunk zeigt einen interessanten Einblick in die dort vorhandenen Bestände.

über Archivalia

Gibt es noch Osterwölfe in Pommern?

Osterwasser und das Stiepen sind bekannte Osterbräuche aus Pommern.
“Stiep Stiep Osterei
Gibst du mir kein Osterei
Stiep ich dir dein Hemd entzwei”

Im Atlas der Pommerschen Volkskunde von Karl Kaiser,  1936 erschienen,  wird über eine weitere typisch pommersche Ostersitte berichtet: Das Backen von Osterwölfen. An Ostern 1936 wären in Stralsund beispielswiese noch 5000-6000 Osterwölfe gebacken worden.
Nach den Beobachtungen von Karl Kaiser war das Backen der Osterwölfe verbreitet in Greifswald, auf dem vorpommerschen Festland und auf Rügen. Das Gebäck aus Semmelteig soll Wölfen ähneln, die alle Viere von sich strecken und ein aufgerissenes Maul zeigen.


Die Bilder stammen aus dem Atlas der pommerschen Volkskunde.
Einen ersten Nachweis über dieses Gebäck gibt es in einer Urkunde von 1451, da hatten die Bäcker einem Ratsmitglied, dem Zollbeamten “tho Paschen enen wulff” zu liefern, laut einer Urkunde aus Stralsund 1558 gab es solches Gebäck an Neujahr.
Gibt es diese Sitte noch? Aktuelle Angaben dazu kann ich im Internet nicht finden.

Allen Lesern ein frohes Osterfest!

Quellen:
Atlas der pommerschen Volkskunde, Karl Kaiser, Textband
Handwoerterbuch des deutschen Aberglaubens:Mauer- Pflugbrot

Census 1940 USA online – Veröffentlichung der Volkszählung

Auf allen amerikanischen Genealogieseiten herrscht derzeit eine regelrechter Hype um die Veröffentlichung des Census (Volkszählung) der USA von 1940. Vor allem kommerzielle Anbieter rühren intensiv die Werbetrommel. Die Digitalisierung von 3,9 Millionen mikroverfilmten Bildern ist sicher für Forscher in den USA eine wertvolle HIlfe, auch für diejenigen unter uns, die nach ausgewanderten Familienangehörigen suchen, aber man sollte bei dem ganzen Trubel nicht vergessen, dass die Bilder von den staatlichen Archiven der USA bereitgestellt werden und man nicht über kommerzielle Webseiten gehen muss,  um den Census 1940 zu durchsuchen. Weiterlesen