Gesetzmäßigkeiten in der Genealogie

§1. Fläche
Um Bücher, Papiere, Laptops, Scanner, Notizbücher, Ablageordner, Büromaterialien, Schokolade, Lupen und anderes in Reichweite zu haben, braucht man viel Ablagefläche. Logische Konsequenz: die Fläche ist immer zu klein.

§2. Öffnungszeiten
Genealogen machen ihre größten Entdeckungen immer kurz vor Schließung einer Bibliothek oder eines Archives oder kurz nach der Möglichkeit, noch eine letzte Magazin-bestellung aufzugeben. Dieses Gesetz trifft umso zwingender zu, wenn man eine lange Anreise zu dieser Bibliothek oder diesem Archiv hatte und es der letzte Arbeitstag dort ist. Versuchen sie nicht, diese Gesetzmäßigkeit durch einen früheren Arbeitsbeginn auszutricksen, das Gesetz erkennt das und lässt sie dann gar nichts finden.

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Handschriften aus dem Landesarchiv Greifswald

Aus den “Giftschränken” des Landesarchivs Greifswald wurden interessante Handschriften aus der pommerschen Historie in der digitalen Bibliothek Mecklenburg Vorpommern veröffentlicht. Leider sind zwar die Inhaltsverzeichnisse wie gewohnt sorgfältig und umfangreich, es fehlen aber Angaben zur Provenienz (ausser dem Link zum LA Greifswald) und zum Autor. Mit Hilfe des Archivportals Ariadne habe ich versucht, diese Angaben zu rekonstruieren soweit dies möglich war, Fehler sind wahrscheinlich, bitte teilen Sie diese mit!

Epitaph für Valentin von Eickstedt, St. Nikolai Greifswald

Epitaph für Valentin von Eickstedt, St. Nikolai Greifswald Quelle: www.inschriften.net

Den Reigen eröffnen zwei Handschriften des Valentin von Eickstedt (* 1527; † 23. Juli 1579) der ein Adliger und Rat der Herzöge von Pommern in der Mitte des 16. Jahrhunderts war.

Die Epitome Annalium Pomeraniae aus 1579 sind ein Abriss der Geschichte für den jungen Pommernherzog Johann Friedrich und enthalten auch den Lebenslauf des Abschreibers Nicodemus Cleopellus aus Anklam.
1728 hat Jacob Heinrich Balthasar dieses Manuskript für den Druck bearbeitet, diese Fassung finden Sie bei Google Books.
Vom gleichen Verfasser stammen die Annales Pomeraniae, ein auf Veranlassung des Herzogs Ernst Ludwig erstellter Auszug aus Kantzows Pomerania, erschienen in hochdeutscher Sprache.
laut ARIADNE Archivverbund in Mecklenburg-Vorpommern :
VII 53 Chronik des Herzogtums Pommern bis 1541 Verfasser: Valentin Eickstedt
Enthält: Enthält u.a.: Kurze Beschreibung von Pommern. -Genealogie der pommerschen Herzöge. (Rep. 40) VII 53 Laufzeit: 1547 Weiterlesen

Kirchenbuch Flötenstein

Nach dem Kirchenbuch Flötenstein 1833-43 , welches im Oktober 2011 als Digitalisat online gestellt wurde, sind jetzt auch die amtlichen Zweitschriften der katholischen Gemeinde Flötenstein Kreis Schlochau 1823-1831 veröffentlicht worden. In diesem Buch fehlt der Jahrgang 1832, der im oben erwähnten Buch 1833-43 mit eingebunden ist.
Neben Flötenstein sind Einträge aus Eickfier, Penkuhl, Bölzig, Lanken, Steinforth, Darsen u.a. mehr enthalten.

Der Link führt Sie zu einer Seite, von der aus der jeweilige Download der Kirchenbücher als pdf gestartet werden kann (jeweils ca 100 MB)
Zu den Kirchenbüchern

700 Jahre Rügenwalde

Wappen der Stadt Ruegenwalde (Wikipedia)

Die freundliche Hansestadt Rügenwalde/ Darlowo im ehemaligen Kreis Schlawe erhielt am 21. Mai 1312  die Stadrechte nach Lübecker Recht. Dies jährt sich nun zum 700sten Mal.
Rügenwalde wird zwar schon in älteren Urkunden Stadt genannt (civitas nostra Ruyenwolde), geriet aber sehr in Verfall,  so dass sie 1312 übergeben wurde um sie nach lübischem Recht neu aufzubauen. Dieses Datum gilt als Gründung der Stadt. (Klempin-Kratz)

Heute ist die kleine Stadt an der Ostsee neben der wunderbaren Umgebung vor allem wegen des pommerschen Herzogschlosses mit einem schönen Museum bekannt. Weiterlesen

Das Herz von Carl Löwe

Das Porträt des hier etwas resigniert und abwartend blickenden Komponisten Carl Loewe (1796-1869) zeigt ihn als den noch jungen Kirchenmusiker und Gymnasiallehrer, der erst vor einem knappen Jahrzehnt seine Lebensstellung in Stettin angetreten hatte. Seine erste Frau, mit der er Erinnerungen an glückliche Jugendtage in Halle hatte teilen können, war im Kindbett verstorben. Inzwischen war er wieder verheiratet und Vater einer Tochter geworden, die aber bewusst den Rufnamen seiner ersten großen Liebe erhielt. Quelle: http://www.museum-digital.de Stiftung Händel-Haus Halle

Carl Löwe, der bekannte Musiker und Komponist, war kein Pommer. Er wurde als Johann Carl Gottfried L. am 30. November 1796 als jüngstes von zwölf Kindern in Löbejun bei Halle geboren.  Sein Vater war der Kantor Andreas L., Mutter nach seinen eigenen Angaben die Seilerstochter Marie Leopold. (In der Allgemeinen deutschen Biographie  finden sich in der neuen und der alten Version widersprüchliche Angaben über seine familiäre Abstammung.) Er starb am 20.4.1869 in Kiel, wo er seinen Lebensabend bei der ältesten Tochter verbracht hatte.

Was verbindet ihn mit Pommern? Als 24jähriger bekam er eine Anstellung als Kantor an der Jakobikirche und Lehrer in Stettin und blieb dort  als Städtischer Musikdirektor ab 1821 tätig bis ins Jahr 1866.  Auf Konzertreisen durch viele Städte Deutschlands und der Nachbarländer glänzte er als Sänger und Pianist und trug seine Balladen vor.  Er wurde der “Schubert des Nordens” genannt. Leider war das Ende seiner beruflichen Tätigkeit seinem Ruhm nicht angemessen, er erhielt im Februar 1866 ein Schreiben der Stadt Stettin mit der Aufforderung seinen Abschied einzureichen. Vorausgegangen war eine längere Erkrankung nach einem schweren Schlaganfall. Löwe bat darum, ihm einen  Vertreter zu gewähren und ihn seine geliebte Orgel in der Jakobikirche, die er liebevoll “Cecilie” getauft hatte,  weiter spielen zu lassen, aber der Magistrat lehnte dies ab.  Tief gekränkt zog er mit der Familie nach Kiel,  wo er 3 Jahre später verstarb. Eine Orgel hat er nie wieder gespielt. Weiterlesen

Familienforschung kennt keine Grenzen

Familienforschertreffen in der Oberlausitz und Forschen im Staatsarchiv Breslau

Schloss Krobnitz (Quelle Frank Vincentz, wikimedia)

Schloss Krobnitz (Quelle Frank Vincentz, wikimedia)

Für die Leser, die sich schon längere Zeit der Familien- und Ortsforschung widmen, ist es natürlich eine Binsenweisheit. Wer dieser Beschäftigung oder Tätigkeit nachgeht, kommt auch hier immer wieder an Hindernisse, die nicht so leicht überbrückbar erscheinen.
Als ich nunmehr vor 13 Jahren begann die verschlungenen Pfade der familiären Ausbreitung in Pommern zu erforschen, ahnte ich nicht, wie komplex und vielschichtig die Thematik ist. Es ist eben das Leben, das Leben unserer Vorfahren auch mit ihren Sorgen und Nöten ihrer Zeit. Vieles können wir uns nur schwer vorstellen und manches wird immer ein Rätsel bleiben. So auch die wohl oft gestellte Frage: warum sind meine Vorfahren von da nach dort gezogen? Hier in meiner jetzigen Oberlausitzer Heimat geht es den Familienforschern nicht anders. Als Henry Kuritz aus Freital 2010 einen Stammtisch für diesbezügliche Interessenten in Dresden ins Leben rief, war mir nach seiner erfolgreichen Durchführung klar, dass es auch hier in der Niederschlesischen Oberlausitz so etwas geben sollte. In dem Leiter des Niederschlesischen Museumsverbundes, Herrn Dr. Steffen Menze, fand ich einen aufmerksamen Partner. Seine Arbeit organisierte er von dem ehemaligen Herrensitz eines früheren preußischen Kriegsministers aus. Dieses aufwendig restaurierte Schloss Krobnitz bot dafür einen idealen Platz. Hier finden neben den Ortschronistentreffen der Region auch seit dem vorigen Jahr ein Stammtisch für die Familienforscher statt. Da treffen sich alte Hasen und Newcomer und tauschen vor allem Erfahrungen aus. Erfahrungen, die vor allem der Erschließung neuer Informationsquellen dienen. Und bald fand ich mich zusammen mit zwei weiteren Hobbyforschern in der Rolle des Moderators wieder. So konnte ich aus meinen Erfahrungen und Erkenntnissen durch den Greif profitieren und gab diese gerne weiter. Die schlesischen Familienforscher haben dabei keine anderen Zielstellungen und oft verlaufen sich  auch hier die Spuren  in anderen ehemaligen deutschen Landen. Warum zog es ganze Familien von Schlesien nach Pommern ? Warum siedelten Pommern in Schlesien ? Und natürlich auch hier immer die Frage nach dem woher und wohin ! Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind. Aber vielleicht findet man die Antworten dafür auch in den Archiven von Breslau, Grünberg oder Liegnitz. Dies sind natürlich längst nicht alle Orte, in denen deutsches Kulturgut archiviert ist. Weiterlesen

Kirchenbuch Greifswald Nikolai-Gemeinde online

Unter dem Titel “Verzeichnis aller in der Greifswalder Nicolaigemeine Gebornen und Getauften ” hat die digitale Bibliothek Mecklenburg heute erstmals ein Kirchenbuch veröffentlicht. Das Buch verzeichnet die Geburten und Taufen von 1701 – 1746 und bietet am Ende der fast 500 Seiten auch ein Register der ehelich geborenen Kinder beiderley Geschlechts sowie ein Register der unehelich Geborenen in der Greifswalder Domkirche. Wie man es aus dieser digitalen Bibliothek schon kennt, ist das Buch mit einem ausführlichen Inhaltsverzeichnis nach Jahren ausgestattet.[nbsp]

In der gleichen Sammlung “Tauf-und Traubücher” ist auch das “Verzeichnis aller in der Greifswalder Nicolaigemeine Getraueten vom Jahr 1792-1827” erschienen, auch dieses mit einem alphabetischen und einem Jahresregister versehen.

Link zum Taufbuch

Link zum Traubuch