Auf den Spuren des Franz Ludwig Hell – 1850-1913

Ein Gastbeitrag von Christian HELL

Ich bin mit meiner Familie seit 1988 in Hannover ansässig, jedoch gebürtig in Schleswig-Holstein. Dorthin hat es meinen Vater Kurt Hell nach dem 2. Weltkrieg und anschließender britischer Gefangenschaft auch hin verschlagen. In seine Geburtsstadt Stargard i. Pommern konnte er nicht mehr zurück.

Im Laufe der Zeit ist bei mir der Virus der Ahnenforschung übergesprungen und er lässt mich nicht mehr los. Das will ich auch gar nicht. Ich habe es aber leider versäumt, meinen Vater intensiv über seine Familie und seine Heimat zu befragen. Nach seinem Tod ging es leider nicht mehr. Einiges wenige ist mir aber in Erinnerung geblieben.

So hat er von seinem Großonkel Franz Ludwig Hell erzählt, dessen Gemälde in der Tierärztlichen Hochschule in Berlin hängen soll. Dieser Franz Ludwig Hell soll auch in Hannover gelebt haben. Soweit die Erzählungen meines Vaters.

In der Bibliothek der Tierärztlichen Hochschule Hannover bin ich dank Prof. Johann Schäffer in dem Buch

“Das deutsche Heeresveterinärwesen – Seine Geschichte bis zum Jahr 1933, H. Fontaine, 1939, Schaper Verlag, Hannover”

fündig geworden:

Generalveterinär Dr.Hell, der nach 19jähriger Diensttätigkeit als Korpsveterinär des IX. A.K. am 1.4.1910 unter Beförderung zum Generalveterinär zum Direktor der Militär-Veterinärakademie ernannt wurde, war in dieser Stellung gleichzeitig wissenschaftlicher Berater des Allgemeinen Kriegsdepartments und vom 1.4.1911 ab Dozent für spezielle Pferdezucht, Gestütskunde und Beurteilungslehre des Pferdes an der Tierärztlichen Hochschule Berlin, die ihm am 25.06.1912 die Würde des Ehrendoktors der Veterinärmedizin verlieh, …
[…]
Sein leider viel zu früher Tod – er starb am 27.10.1913 mitten in Ausübung seiner Lehrtätigkeit bei einem Stabsveterinärlehrgang – bedeutete einen schweren Verlust für die Veterinäroffiziere der Armee […].

In diesem Buch ist auch eine schwarzweiß Fotografie des besagten Gemäldes abgedruckt.

Fotografie Gemälde von A. Schlabitz

Es ist ein Gemälde von A. Schlabitz. Laut Prof. Schäffer war Franz Ludwig Hell höchstrangig.

Auch das Stadtarchiv der Landeshauptstadt Hannover konnte mir weiterhelfen. In einem Schreiben auf eine Anfrage von mir bekam ich am 2.4.2014 folgende Antwort:

Der Oberroßarzt Herr Franz Hell, geb. 14.04.1850 in Stargard (Pommern) und seine Ehefrau Therese, geb. Helle geb. 01.07.1852 in Bruchhausen, sowie die Kinder Margarethe, geb. 27.11.1877 in Stargard und Franz Bruno, geb 08.05.1885 in Hannover, alle zuletzt gemeldet in Hannover, Am Klagesmarkt 17, haben sich am 05.04.1887 nach Berlin abgemeldet. Die Eheleute Hell waren am 29.03.1881 von Stargard kommend in Hannover, Engelbosteler Damm 13 zur Anmeldung gekommen.

Der Inhalt dieses Schreibens deckt sich mit der Angabe aus dem Militär-Wochenblatt Nr. 49, 1881, S.955/956:

Den 24. Mai 1881, Hell, Roßarzt beim 1. Hannoverschen Ulanenregiment Nr. 13 zum Oberroßarzt ernannt.

Franz Ludwig Hell war das jüngste von 11 Kindern des Ackerbürger Karl Friedrich Hell und dessen Frau Friederike Korth. (siehe Familienblatt Karl Friedrich Hell, Auszug aus meiner Ahnenliste, Family Tree Maker 2010).

Wie im Schreiben der Stadt Hannover erwähnt, hatte Franz Ludwig Hell 2 Kinder, die beide 1906 in Berlin verstarben. In der Todesanzeige Nr. 152 vom 26.März 1906 des Standesamtes Groß Lichterfelde, Berlin, ist der Todestag der Tochter Margarethe Therese Ida dokumentiert.

Todesanzeige Nr. 152/ 1906 – Standesamt Groß Lichterfelde/ Berlin [Quelle: Ancestry]

Zur Anzeige brachte es ihr Ehemann Ludwig Franz Koske. Nachkommen aus dieser Verbindung sind nicht bekannt. Bemerkenswert an diesem Dokument ist allerdings der dort angegebene Wohnort von Franz Ludwig Hell und seiner Frau: Elballee 73 in Altona. Er hat also auch in Hamburg gewirkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere