Mein Eindruck von „außerhalb“ – Die Genealogica 2021

Am vergangenen Wochenende fand mit der Genealogica 2021 erstmals in Deutschland eine virtuelle Genealogiebörse statt. Mich faszinierte der Gedanke, aber aus unterschiedlichen Gründen war ich nicht live dabei. Einer der Gründe war, dass ich war nicht bereit war, Eintrittsgeld zu zahlen, zumal die Infos rund um diese Veranstaltung zunächst nur spärlich tröpfelten und bis kurz vor Beginn noch am Programm gearbeitet wurde.

Ab Freitag las ich dann, dass verschiedene Teilnehmer Schwierigkeiten mit der Technik hatten, was mich als technisch Unbegabte weiter von der Teilnahme abhielt. Vielleicht hätten der Veranstaltung mehr Vorabinfos gut getan.

Chance verpasst? Nicht ganz. Weiterlesen

Bewahrung von Kulturgut in und um Stettin

Mit großer Begeisterung beobachte ich seit Monaten den selbstlosen Einsatz meist junger Menschen, die u. a. in zwei Gruppen in ihrer Freizeit alten, besonders deutschen, aber auch jüdischen und polnischen Grabsteinen in und um Stettin nachspüren. Beide Gruppen arbeiten gut vorbereitet und mit Augenmaß auf Flächen, deren ursprüngliche Bedeutung mitunter heute gar nicht mehr erkennbar ist. Beide Gruppen sind teilweise auch in gemeinschaftlichen Aktionen unterwegs.

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Nachforschungen zur Hausnummerierung in Stettin

Vor einiger Zeit erreichte mich eine Anfrage, in der zwei Adressen in Stettin genannt wurden:

Stettin, Luisenstr. 739
Stettin, Luisenstr. 4

Dass die Luisenstraße (auch Louisenstraße, heute ul. Staromłyńska) nicht so lang ist, dass dort solche hohe Hausnummern existieren könnten, wird beim Blick in den Stettiner Stadtplan sofort klar. Was hat es damit auf sich? Weiterlesen

Über das Aufschreiben von Erinnerungen, …

… über Trauer und Schmerz, über das „Warum“ und „Für wen“, über ein paar in Sätze gekleidete Notizen und eine Fortsetzung. Hoffentlich. Auf jeden Fall ein Liebesbrief.

Seit vielen Jahren schreibe ich meine Familiengeschichte(n) auf. Interessante Funde zu längst verstorbenen Vorfahren, Notizen aus Erzählungen von Verwandten, eigene Erinnerungen werden in lesbare Sätze gekleidet. Inzwischen sind daraus vier Bücher entstanden, die ich in der Familie verteilt habe. Zahlreiche weitere Aufsätze warten darauf, in einem Buch zusammengefasst zu werden. Ich bin noch nicht fertig, ich habe noch viel, worüber ich schreiben möchte. Muss.

Diejenigen, die im März 2019 beim Greif-Seminar in Greifswald dabei gewesen sind, können sich bestimmt noch an meinen voller Begeisterung gehaltenen Vortrag über das Aufschreiben von Geschichten hinter den Daten erinnern. Ich erzählte zum Beispiel von den unzähligen Gesprächen mit meiner Mutter, über ihre Erinnerungen und wie ich mir dabei schnell, oft unleserlich, auf den unmöglichsten Papierschnipseln Notizen gemacht hatte. Einmal hatte ich hastig eine Notiz auf einen auf dem Tisch liegenden Umschlag gekritzelt und sie hatte gesagt: „Wenn ich dich so schreiben sehe, muss ich immer an John Maynard denken: Und die Schwalbe fliegt über den Eriesee. Und dein Stift fliegt über den leeren Umschlag.“

Vorbei.

Wenige Wochen nach eben diesem Vortrag starb meine Mutter. Ich hatte zu ihr eine enge Beziehung, ihr Tod hat mich schwer getroffen. Ich vermisse sie jeden Tag, ihre Sprüche fehlen mir, ihre Geschichten.

Im Herbst 2019 schaffte ich es unter vielen Tränen, in einem Trauerbuch all die Erinnerungen an die Krankheit, den Tod, die Beerdigung meines Vaters, dann die Geschehnisse rund um den Tod meiner Mutter aufzuschreiben, an die bewegenden Trauerreden, die ich für beide gehalten hatte. An das Leerräumen der Wohnung, bei dem auch oft gelacht worden ist. An die Reise nach Velgast, Rügen und Zingst, die ich gemeinsam mit meiner Schwester zum Andenken an meine Mutter gemacht hatte.

Und dann folgte eine Schreibblockade. Eine Leere, ein „Warum“ und „Für wen“. Ich arbeite für den Greif-Blog, freue mich riesig über die Beiträge der anderen Forscher, Geschichten rund um deren Forschung. Habe selbst so viele Ideen, was ich schreiben könnte und ja auch will, aber am Ende des Tages habe ich wieder keine einzige Zeile über meine eigene Familienforschung zu Papier gebracht.

Dabei fühle ich gleichzeitig, dass ich es tun MUSS, denn niemand außer mir kennt die Geschichten meiner Eltern und meine eigene so gut wie ich. Und vermutlich niemand außer mir wird später mit den Notizen noch etwas anfangen können, viele davon immer noch nur in Stichworten vom Zettel in den PC getippt. Einblicke in ein Leben, für mich wichtig und interessant genug, dass ich sie mir sofort aufgeschrieben habe.

Erzählenswert allein schon deshalb, weil es ihr Leben war, ein Teil von mir und meinen Nachkommen.

Erinnerungen für mich als Kind meiner Mutter an meine Mutter als sie Kind war. Genau deshalb: Weil sie mir zeigen, dass meine Mutter nicht immer nur meine Mutter gewesen war. Sie war selbst auch mal jung, war Kind gewesen.

2021 wird nun das Jahr, in dem viele dieser Notizen und Stichworte erstmals in Sätze gekleidet werden. Erinnerungen an ihre Kindheit, die sie weitestgehend bei ihrer Oma verbracht hatte. Eine Kindheit, so ganz anders als meine. Fahrten mit dem Zug, als Vierjährige, ganz alleine. Über die gute Stube, in der ihre Mutter abends an dem Heiligabend starb, als meine Mutter sieben Jahre alt wurde. Über Zöpfe, die sie nicht tragen durfte und schmutzige Fingernägel. Über die Flucht in die britische Zone und dem Grund, warum sie darüber so glücklich war.

Jede noch so kleine Erinnerung ist wichtig. Jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden, weil jedes Leben einzigartig ist. Die Frage nach dem „Warum“ ist also klar.

Bleibt die Frage nach dem „Für wen“.

Meine Mutter hat sich über jedes meiner Bücher gefreut. Das letzte war das Buch über die Lebensgeschichte ihres Vaters gewesen. Gott sei Dank habe ich ihr das noch schenken können! Im Zweifel schreibe ich nun weiter, weil es MIR wichtig ist. Den Rest der Familie kriege ich auch noch, irgendwann.

Eine Freundin schrieb mir mal folgende Zeilen, ich finde, die passen hier nun wirklich gut.

Irgendwann, wenn deine Tochter schon Oma ist,

wird ein Cousin 5. oder 6. Grades mit ihr Kontakt aufnehmen

und dann werden die beiden auf den Speicher gehen, alte Koffer und Truhen öffnen

und nach deinem Buch suchen.

Sie werden es finden, allerdings schon ein bisschen staubig,

und der Cousin wird hocherfreut mit seinem Schatz von dannen ziehen und denken:

„Man gut, dass es Leute gibt, die mal was aufgeschrieben haben.”

 

Erinnerung an Superintendent Klaus Ewert

Es sind nicht immer große Ereignisse, an die man sich ein Leben lang erinnert. Es sind auch nicht immer großartige Funde, die einen Ahnenforscher weiterbringen. Manchmal sind es kurze Momente oder wenige Informationen, die einen Weg aufzeigen, in uns etwas auslösen. Manchmal kommt die Erinnerung an einen solchen Moment genau passend zu einem Stichtag. Als ich vor ein paar Tagen nach Jahren wieder einmal in eine Mappe schaute, ist genau das ist passiert.

Am 7. Dezember 1992 starb Superintendent i. R. Klaus Ewert in Bergen auf Rügen.

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Zwillingsgeburten in meiner Familie

Während meiner Forschung habe ich schon so einige Zwillingsgeburten gefunden. Etwa die Hälfte dieser Zwillingskinder überlebten zwar die ersten kritischen Lebenstage oder -wochen, viele erhielten aber vorsorglich die Nottaufe.

Meine Rüganer Vorfahren Henning Philipp Pertiet und Elisabeth Regina Nagel waren bereits Eltern von sechs Kindern gewesen, als Elisabeth im Jahr 1833 Zwillinge zur Welt brachte. Die Kinder wurden im Abstand von 48 Stunden geboren. Am Tag der Geburt des zweiten Kindes erhielten sie die Nottaufe. Beide Kinder waren sehr schwach, verstarben wenige Tage darauf und wurden gemeinsam in einem Sarg bestattet.

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Für die Zukunft Ihrer Forschungsergebnisse!

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