Reingelesen: Die Chronik der Parochie Cunow an der Straße

Die Chronik der Parochie Cunow an der Strasse, Kreis Saatzig, beginnt am 26. Januar 1818 und enhält auch Aufzeichnungen aus den vorangegangenen Jahrhunderten:

Pastoren
Inschriften in der Kirche
Küster und Schullehrer
Schulzen
Kirchenvorsteher, Kirchenräthe und Verwaltung
Brandunglücke
Berichte über Neubauten und größere Reparaturen von kirchlichen Gebäuden
Eigenthum der Kirche zu Cunow an der Straße
Legate durch das von Meinckesche Testament
Besondere Todesfälle (Abschrift der Kirchenbücher)

Wertvolle Jahresrückblicke, teilweise sehr umfangreich, sind ab 1848 vorhanden. Sie enthalten neben Orts- und Kirchengeschichtlichen Ereignissen so manche Namen von Einwohnern. Sehr umfangreich sind die Schilderungen der Kriegsereignisse mit Blick über den Ortsrand hinaus. Spitz bemerkt der Pastor zum Beispiel 1933, wie sich die sogenannten “deutschen Christen”, die sich unter Beihilfe der Hitlerpartei, der sie angehörten, des Kirchenregiments bemächtigten”. Bei der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar d. J. konnte er nicht mit vollem Herzen in den Jubel der breiten Massen unseres Volkes und vor allem der Anhänger Hitlers mit einstimmen. 

Eindringlich schreibt Pastor Frädrich über die Ereignisse der letzten Kriegsmonate des 2. Weltkrieges, die Not der Bevölkerung, gesprengte Oderbrücken, den Lärm der nahenden Front, flehende Gebete. Der Schilderung und den Verlauf der überstürzten Flucht dürfte für Familienforscher auf der Suche dem Verbleib von Angehörigen besonders interessant sein:

Bei der Flucht haben die meisten Cunower folgenden Weg genommen: nördlich von Friedrichswalde auf die Reichsautobahn, diese südwärts bis über die Oder bei Colbitzow, von hier westwärts durch die Uckermark (über Prenzlau), dann nordwärts nach Vorpommern hinein (über Jarmen, Gützkow, Anklam, Greifswald).

Nach 12-15 Tagen kamen die Teiltrecks in Stralsund an und wurden von dort weitergeleitet. Die Cunower bekamen Quartiere in Stralsund, Richtenberg (dort wohnten die meisten Cunower an einem Ort beieinander), Nisdorf, in und bei Poseritz auf Rügen (Groß-Stubben, Venzvitz, Glutzow. Einige hatten schon vorher Quartier gefunden, meist bei Verwandten, so waren etliche in Bargholz bei Löcknitz, Krugsdorf un Damm bei Pasewalk, Glien bei Anklam und Siedenbrünzow bei Demmin geblieben. 

Pastor Gerhard Frädrich übernahm am 1. Juli die kriegsverwaiste Pfarrstelle in Altefähr auf Rügen. Hier beendet er die Chronik von Cunow an der Straße am  22. August 1945.

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Das Digitalisat der Chronik der Parochie Cunow an der Strasse  wurde in der Digitalen Bibliothek MV veröffentlicht! Link zum Inhaltsverzeichnis

Da Quellen für den Ort Cunow an der Straße vor 1826 (online*) nicht vorhanden sind, würde der Pommersche Greif sich sehr über einen Interessenten freuen, der weitere Daten aus der Chronik auswertet und erfasst. Bei Interesse senden Sie uns bitte eine Nachricht.

Hinweis auf vorhandene genealogische Quellen zu Kunow an der Straße in der Quellensuche des Pommerschen Greif.

*Update vom 25.01.2021:

Hinweis vom Landeskirchlichen Archiv der Nordkirche: Im Archiv befindet sich ein (leider nicht vollständiges) Namensregister zu den Taufen, Trauungen und Bestattungen, das eine Laufzeit von 1649 – 1913 aufweist. Aus Datenschutzgründen ist dieses Register bisher nicht beim Kirchenbuchportal Archion online gestellt worden, es werden aber natürlich Anfragen hierzu beantwortet. Diese können bei Bedarf an die E-Mailadresse kiel@archiv.nordkirche.de gestellt werden.

 

Demminer Findbuch – Guts- und Familienarchiv von Heyden-Linden

Demminer Findbücher Teil 6

Im Landesarchiv Greifswald lagern verschiedene Bestände über die Stadt und den Altkreis Demmin, welche zum Großteil schon über die Archivsuche Ariadne erfasst sind.

Mein Ziel ist es, die restlichen Findbücher zu veröffentlichen, welche bislang nur als Schriftform (handgeschrieben bzw. Schreibmaschine) vorliegen.

Dieser Beitrag stellt Teil 6 der Serie „Demminer Findbücher“ dar.

Im Landesarchiv Greifswald befindet sich das Guts- und Familienarchiv der Familie von Heyden-Linden, mit einem zeitlichen Umfang von 1400-1943. Die Familien von Linden, sowie von Heyden-Linden bewirtschafteten im Laufe der Jahrhunderte mehrere Güter im Altkreis Demmin. Weiterlesen

Demminer Findbuch – Domänenrentämter

Ein Gastbeitrag von David Krüger

 

Demminer Findbücher Teil 5

Im Landesarchiv Greifswald lagern verschiedene Bestände über die Stadt und den Altkreis Demmin, welche zum Großteil schon über die Archivsuche Ariadne erfasst sind.

Mein Ziel ist es, die restlichen Findbücher zu veröffentlichen, welche bislang nur als Schriftform (handgeschrieben bzw. Schreibmaschine) vorliegen.

Dieser Beitrag stellt Teil 5 der Serie „Demminer Findbücher“ dar. Weiterlesen

Digitalisierte Kirchenbücher im Kirchenkreisarchiv Greifswald

Unser Mitglied David Krüger tauschte sich vor kurzer Zeit mit dem Kirchenkreisarchiv, aktuell Ersatz für das geschlossene Landeskirchliche Archiv, in Greifswald aus und konnte dadurch erfreuliche Nachrichten über den Stand der Digitalisierung vorpommerscher Kirchenbücher in Erfahrung bringen. Weiterlesen

Offener Brief zur Entscheidung der Kirchenleitung zur Schließung des Landeskirchlichen Archivs Greifswald und zum Rückzug aus dem geplanten Archivzentrum

Nach der Ankündigung der Nordkirche sich aus dem geplanten Archivzentrum zurückzuziehen (Pressemitteilung), haben unzählige pommersche Vereine, Institutionen und Einzelpersonen Protestschreiben an die Kirchenleitung verfasst. Darin wird fast durchgehend “Entsetzen” über die Entscheidung ausgedrückt und gefordert, dass diese Entscheidung überdacht wird. Auch wir, der “Pommerscher Greif – Verein für pommersche Familien- und Ortsforschung”, gehören zu den Leidtragenden, sollte das aktuelle Archivkonzept der Nordkirche umgesetzt werden.

Daher möchten auch wir unsere Kritikpunkte an die Kirchenleitung in einem offenen Brief zum Ausdruck bringen.

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Personaldaten über pommersche Lehrer aus den Jahren 1931-1935

Ein Gastbeitrag von Gerhard Wöhner, 18059 Rostock

 

Der „Atlas der deutschen Volkskunde“ (AdV) stellt eine Umfrage dar, die von 1929-1935 in allen deutschsprachigen Ländern, darunter auch in Mecklenburg und Pommern durchgeführt wurde.

Sie umfasst Fragen zu vielen Bereichen der Volkskultur (243 Fragenkomplexe mit vielen Unterfragen). Die daraus hervorgegangenen Kulturdaten bilden insofern einen Querschnitt durch ältere, in der Vorkriegszeit noch erinnerbare Überlieferungen, wohingegen die Modernisierung der damaligen Alltagskultur kaum erfasst wurde.

In Mecklenburg wurden in die Befragung, die einen hohen Rücklauf erzielte, ca. 400 Schulorte, in der preußischen Provinz Pommern ca. 1000 Schulorte einbezogen. Für beide Länder liegen ca. 350.000 Antwortzettel vor, die im Wossidlo-Archiv aufbewahrt sind[1]. Weiterlesen

Wussten Sie eigentlich … von Diözesanarchiven für die Pommernforschung?

Wir vom Greif bemühen uns, Quellen rund um die Pommernforschung aufzuspüren und Ihnen mitzuteilen. Seit einiger Zeit lassen wir diese Informationen in unsere Quellensuche einfließen.

Doch in den Tiefen unseres Webauftrittes verbergen sich mitunter noch Hinweise, die selbst unserem Vereinsvorsitzenden bisher nicht aufgefallen waren. Als er vor kurzem bei einem Webinar des Compgen durch unsere Webseiten führte, fehlte deshalb auch der Hinweis auf besondere Lagerorte für  Kirchenbücher des ehemaligen Pommern – den heutigen katholischen Diözesanarchiven in Polen.

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Tag der Archive 2020 – Universitätsarchiv Greifswald

Am 7. März 2020, beteiligte sich das Universitätsarchiv Greifswald am bundesweiten „Tag der Archive“ des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA).

Zwei wesentliche Programmpunkte standen dabei auf der Agenda.

  1. Führungen durch das Archiv und
  2. ein sogenannter „Scanathon“.

Einladungsflyer “Tag der Archive”

Der Pommersche Greif e.V. wurde im Vorfeld von Dr. Dirk Alvermann gesondert zur Beteiligung am „Scanathon“ eingeladen, da bekannt war, dass der Pommersche Greif seit langem bemüht ist, Quellen online verfügbar zu machen. Zwei Mitglieder des Vereins (D. Krüger und D. Beiersdorf) nahmen diese Einladung gerne an.

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