Wrensch und Wrensch – verwandt oder nicht?

Ein Fallbeispiel von Dr. Klaus Kohrt

 

Wenn ich von meiner Familienforschung erzähle, dann mache ich das immer gerne in anschaulichen Fallbeispielen. Ich erzähle sozusagen eine Bildergeschichte.

Eines dieser Beispiele habe ich am 6. Juni 2019 beim Ahnenforscherstammtisch Unna im Rahmen einer Präsentation über die aktuellen Forschungsmöglichkeiten in Pommern vorgestellt.

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Der handschriftliche Lebenslauf von Robert Franz Wilhelm Gerbrecht aus dem August 1934

Ein Gastbeitrag von Peter Gerbrecht

 

In memoriam Familie Robert Gerbrecht (Photographie von Louis Klett, Breitestraße 59, Stettin, Ostern 1939)

Vorbemerkungen

Dieser zweite Beitrag im Rahmen meiner Familienforschung macht den Versuch, das Leben unseres seit Ende des Zweiten Weltkriegs verschollenen Großvaters Robert Franz Wilhelm Gerbrecht nachzuzeichnen. Ausgangspunkt dieser Recherche ist dessen im Zuge einer Stellenbewerbung von Mitte August des Jahres 1934 handgeschriebener Lebenslauf ‒ ein aufschlussreiches und mit diversen Privatinformationen versehenes Zeitdokument des damals 25-Jährigen.[1]

Gegenüber standardisierten Formularen, wie im Falle von Personenstandsurkunden, bietet der frei verfasste Lebenslauf nicht nur eine umfassende Chronologie familiärer und ausbildungsbezogener Ereignisse, sondern er gewährt auch gewisse Einblicke in die Persönlichkeit des Autors. So kommt durch die Erwähnung oder Auslassung bestimmter biographischer Daten deren subjektive Bedeutung zum Vorschein, mitunter werden aber auch frappante zeitliche Zusammenhänge erkennbar und fällt manches individuelle Muster oder Stereotyp in den Formulierungsweisen auf.

Ästhetisch betrachtet stellt die in feinstem Sütterlin verfasste Handschrift ein kleines Kunstwerk dar, sie ist aber auch eine Herausforderung für alle, die nicht in der Lektüre und Dechiffrierung dieser veralteten Schreibschrift mit ihrer schroffen Schönheit geübt sind. Neben einer Umschrift, die im Mittelpunkt dieses Beitrags steht und durch Fußnoten umfangreich kommentiert wird, habe ich das originale Manuskript im Anhang als Bilddatei beigefügt. Zur Veranschaulichung und präziseren Einordnung der vom Autor gemachten Angaben sind auch einige weitere Schriftdokumente und Photographien aus jener Zeit herangezogen worden. Ein ausführlicher Blick auf die Geschichte der Familiengründung unseres Großvaters und die Zeit bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs sowie ein kurzes Quellenverzeichnis runden diese Arbeit ab.

Peter Gerbrecht, im November 2019

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Kriegskind sucht Vater

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

 

Lösungsweg durch viele Zufälle vom 23. August 2005 bis 09. September 2005.

Am 23. August 2005 kam von einer Dame aus Berlin eine Anfrage an das Fremdenverkehrsamt Seebad Zempin auf der Insel Usedom nach der Person:

E. H., geboren 1916 und 1939 als in Zempin (Usedom-Wollin) ansässig registriert. Erschwerend bei der Suche kam hinzu, dass die Geburtsurkunde in Stettin ausgestellt war (vielleicht war die Entbindung im Krankenhaus?) und die Dame durch Suche in militärischen Listen auf den Wohnort Zempin auf Usedom gekommen ist. Die Dame hatte bereits Forschungen betrieben und herausgefunden, dass H. 1943 in Frankreich militärisch stationiert war.

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10 Jahre Ahnenforschung

Ein Jahrzehnt Forschung, Hobby, Leidenschaft. Im Sommer 2010 fing ich als 13-Jähriger an, meine Vorfahren zu erforschen.

Verwandte befragen, Daten prüfen und eintragen, Archive besuchen – dies wurde für mich zu einer fast täglichen Routine. Es hat etwas wundervolles, die Lebenswege der Vorfahren zu ermitteln, Familienrätsel zu lösen und neue Verwandte zu finden. Es ist eine Leidenschaft, die in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen dazu bewegt hat, ihre Vorfahren zu erforschen. Weiterlesen

Ein Ausweis aus dem Land PAA

Ein Gastbeitrag von Wolfram Stratmann

 

Vielleicht kennen einige noch die blauen Kunststoff-Reisetaschen mit der weißen Aufschrift PAA, Pan American Airways. PAA war der ICAO-Code für diese Fluggesellschaft. Später gab es Taschen mit einer stilisierten Weltkugel und der Aufschrift PAN AM.

PAA blieb mir immer im Gedächtnis, aber aus einem ganz anderen Grund.

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Wussten Sie eigentlich … von Diözesanarchiven für die Pommernforschung?

Wir vom Greif bemühen uns, Quellen rund um die Pommernforschung aufzuspüren und Ihnen mitzuteilen. Seit einiger Zeit lassen wir diese Informationen in unsere Quellensuche einfließen.

Doch in den Tiefen unseres Webauftrittes verbergen sich mitunter noch Hinweise, die selbst unserem Vereinsvorsitzenden bisher nicht aufgefallen waren. Als er vor kurzem bei einem Webinar des Compgen durch unsere Webseiten führte, fehlte deshalb auch der Hinweis auf besondere Lagerorte für  Kirchenbücher des ehemaligen Pommern – den heutigen katholischen Diözesanarchiven in Polen.

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Versteckte Quellen zur Familienforschung im Kreis Cammin

Ein Gastbeitrag von Prof. Hans-Dieter Wallschläger

 

Neben einigen im Original bzw. als Abschrift verfügbaren Kirchenbüchern und Standesamtsregistern (siehe u.a. Sedina-Archiv Bd. 11, Nr. 3 (2004), S. 111-123 und der Greif-Quellensuche – große Teile davon sind bereits in Ortsfamilienbüchern ausgewertet) gibt es eine Reihe weiterer Veröffentlichungen, die heute weitgehend unbekannt sind. Sie stammen zumeist aus der Feder ortsansässiger Pastoren, Lehrer und anderer Chronisten. Weiterlesen

Die falsche Grabsteingravur

Recht früh stieß ich bei der „Bestandsaufnahme“ meiner Familienforschung auf ein altes Foto. Zuerst wusste ich nicht, wer das sein soll, mein Vater meinte damals nur: “Irgendein Marten“.

Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass das Bild vom Friedhof in Ziegenort, Kreis Ueckermünde stammt und es zeigt den Grabstein meines Ururgroßvaters dem Landwirt August Marten, das Bild dürfte so um 1921 entstanden sein.

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