Mündet die Oder in die Ostsee oder in das Stettiner Haff?

Die Oder, heute Grenzfluss zwischen Polen und Deutschland, ist laut Wikipedia “866 Kilometer lang (898 Kilometer bis Świnoujście (Swinemünde))”[1] lang. In den Mündungsarmen des Stettiner Haffs in die Ostsee fließt größtenteils Oderwasser. Man spricht in diesem Zusammenhang gerne allgemein von einem “Odermündungsgebiet” oder “Oder-Delta”, Romantiker sprechen auch gerne vom  “Amazonas des Nordens”. Weiterlesen

1866 – die Cholera-Pandemie erreicht Cammin

Ein Gastbeitrag von Prof. Hans-Dieter Wallschläger

 

Gegenwärtig leben wir alle mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die durch einen Virus ausgelöst wurde und weltweit bereits viele Tote gefordert hat. In diesem Zusammenhang bewegt viele von uns die Frage, ob es in der Vergangenheit, und insbesondere in Pommern, Vergleichbares gegeben hat. Allseits bekannt sind die großen Pestepidemien, die im Mittelalter zumeist in Begleitung von Kriegen auftraten. Während der letzten Pestepidemie 1710 verstarben in Stettin 2.000 Menschen, also ein Drittel der damaligen Bevölkerung.

Eine weitere pandemisch auftretende Krankheit ist die Cholera. Pest und Cholera haben gemeinsam, dass sie im Unterschied zu Corona (Fachbegriff COVID-19) durch Bakterien übertragen werden. Pest und Corona haben eine andere Gemeinsamkeit, dass sie Zoonosen sind, also eine vom Tier zum Menschen und umgekehrt übertragbare Krankheit, die in diesen Fällen ursprünglich bei Nagetieren und Fledermäusen ihre Wurzeln hatten. Eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung erfolgt bei Corona und Pest über eine Tröpfcheninfektion. Weiterlesen

Der Tauschlepper – Ein ausgestorbener Pfingstbrauch in Vorpommern

Ein Gastbeitrag von David Krüger

 

Den Morgentau abschleppen? Dies tat der Tauschlepper!
„De Doschleper“, bi uns to Hus!

Wenn beim Dorf noch der nächtliche Frühlingstau lag und die Pflanzen bedeckte, dann gingen die Jungen des Dorfes – oft schon zwischen 0:00 und 1 Uhr nachts aus ihren Häusern. Der erste weckte mit lautem Peitschenknallen den zweiten, dieser den dritten und so weiter. So war schon vor dem Pfingstmorgen die männliche Jugend des Dorfes auf den Beinen. Die Jungen warteten auf dem Dorfanger oder am Dorfteich, bis der letzte kam – und ein kurzes Pfingstgrüßen und Besprechen der Festfolge zum Pfingstsonntag schloss sich an. Weiterlesen

Aus der Schwedenzeit der Insel Usedom

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

 

Die Schwedenzeit auf der Insel Usedom begann mit der Landung des Königs Gustav II. Adolf, und seinen Truppen im Jahre 1630 zur Mittsommerzeit. Sie dauerte auf unserer Insel durch Kriegsende und Erwerb durch Preußen bis zum Jahr 1720.

Welche Spuren sind aus dieser Zeit heute noch auf der Insel zu finden?

Wer sich ein wenig mit dieser Geschichte befasst, findet noch viele Hinweise auf diese Zeit. So können wir, dank Herrn Ulrich Knöfel aus Loddin und dem Heimatverein Loddin ein Kleinod aus dieser Zeit im Heimatmuseum im Bahnhof Kölpinsee bewundern.

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Bleib zuhause – Kurve flach halten – forsche online in Pommern

Unter dem Motto “Bleib zuhause – #Kurveflachhalten – forsche online in Pommern” ruft der Pommersche Greif in Zeiten von Corona auf Twitter und Facebook Webseiten und Datenbanken rund um die Familienforschung in Pommern in Erinnerung.

Datenbanken:

Die erste Wahl, um mehr über einen Ort in Pommern zu erfahren ist selbstverständlich die Greif-Quellensuche in Kombination mit unserer Datenbank GreifX (Wichtig: Hier können bei der Suche Platzhalter verwendet werden.)

Personensuche für den Kreis Kolberg und Umgebung: Personen-Datenbank KolbeX mit aktuell etwa 335.000 Personendaten.

Für die Personensuche im Kreis Stolp und weit drumherum unverzichtbar: Der Globalindex mit über 4 Mill. Angaben, Es gibt Überschneidungen mit der Greif-X.

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Vereine in Demmin

Ein Gastbeitrag von David Krüger

Das Allgemeine Preußische Landrecht von 1794 gestand den Untertanen die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zu, politische Angelegenheiten in Vereinen waren jedoch verboten. Zu Zeiten Napoleons bildeten sich zahlreiche patriotische Vereine, so auch in Demmin.

1849 gab es den Concordia Verein, Handwerker Verein, Patriotischen Verein, sowie den Politischen Verein in Demmin.

Im Laufe der Jahre wurden weitere Vereine gegründet, welche in der Demminer Zeitung zu finden sind.

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Die Geschichte der gewerblichen Fotografie in Vorpommern zwischen 1839 und 1880

Ein Gastbeitrag von Frank Biederstaedt,
Diplom-Archivar, Leiter Stadtarchiv und Stadtbibliothek Sassnitz

 

Dissertation, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Caspar-David-Friedrich-Institut, Prof. Dr. Gerhard Weilandt, Beginn: April 2015

 

In dieser Dissertation wird die frühe Fotogeschichte Vorpommerns anhand ausgewählter Regionen und Städte untersucht: Die Insel Rügen als ländlicher aber touristisch stark frequentierter Raum, die Hansestädte Stralsund und Greifswald als Provinzstädte mit über 10.000 Einwohnern sowie vorpommersche Provinzstädte wie Demmin, Anklam oder Pasewalk. Zentrales Anliegen der Arbeit ist es, die Ausbreitung der gewerblichen Fotografie in Vorpommern, ausgehend von der ersten öffentlichen Bekanntmachung des Verfahrens der Daguerreotypie im Jahr 1839 bis ca. 1880, darzustellen. Dabei sollen Fragen nach eventuellen spezifisch vorpommerschen Besonderheiten, regionalen Sonderangeboten und den gesellschaftlichen Vorbedingungen beantwortet werden.

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Die Anfänge der Fotografie in Demmin

Ein Gastbeitrag von David Krüger

 

Die ersten fotografischen Versuche in Demmin wurden 1843 vom damaligen Lehrer Carl Medow durchgeführt, ein entsprechender Hinweis findet sich in der Ausgabe des Demminer Wochenblatts vom 19. August 1843:

„[…] Herr Carl Medow, dem wir bereits die hübsche Lithographie unseres Marktes verdanken, ist nun schon seit einiger Zeit mit Versuchen im Daguerreotypien beschäftigt gewesen und hat auch die Schwierigkeiten, die jeden Anfänger in dieser Kunst erwarten, in einem so glücklichen Grade überwunden, dass wir sowohl ihm als uns zu seiner neuerworbenen Fertigkeit aufrichtig Glück wünschen können. […]“

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