Familie Wehrmann

Es gibt kaum etwas, dass einen genealogischen Blogger mehr freut, als wenn sich aufgrund eines  Artikels Leser melden, die Ergänzungen und neue Daten zu einer Person beisteuern können. So ging mir das Ende 2012, als sich aufgrund meiner Veröffentlichung über Dr. Peter Wehrmann eine Enkelin meldete, die weitere Angaben und sogar Fotos aus der Familie beisteuern konnte.

Die Veröffentlichung seiner Arbeiten Friedrich der Große als Kolonisator in Pommern; Teil 1 (jetzt auch mit Karte),  Friedrich der Große als Kolonisator in Pommern; Teil 2 sowie Kloster Kolbatz und die Germanisierung Pommerns; Teil 1 möchte ich jetzt zum Anlass nehmen, mehr über diese Familie zu berichten.

“In dem Kreise der Familie Wehrmann, die aus drei Söhnen und zwei Töchtern bestand, herrschte ein Spritus familiaris, der jeden freundlich anwehte und für jeden vorbildlich war.” schreibt G. Lotholz in einem Nachruf auf Theodor Wehrmann, der in “Sokrates, Zeitschrift für das Gymnasialwesen” 1896 erschien.
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Rudolf Theodor Wehrmann

Der Vater, Rudolf Theodor Wehrmann *27. Juli 1819 in Väthen (heute Tangerhütte) geboren , stammt aus einer Pastorenfamilie, die mit 12 Kindern gesegnet war. Sein Vater Johann Christian Theodor W. (1777-1847) oo Johanne Wilhelmine Charlotte Uderstedt (1802-1852), Pastorentochter,  war Lehrer am Pädagogium in Halle, Pfarrer in Väthen und später in Gutenswegen. Sein Großvater Friedrich Rudolf Theodor war Diakon in Tangermünde.
Unser Theodor Wehrmann besuchte das Gymnasium in Magedeburg und studierte in Halle Theologie und Philologie. Er wechselte nach Berlin, wo er auch promovierte.

Er arbeitete als Lehrer in Berlin, Halberstadt und Magdeburg , wo er am 3. Januar 1850 die Rektorentochter Adelheid  Karoline Bertha Solbrig (*1.3.1825)  heiratete. 1853 wurde er Rektor in Zeitz. 1856 wurde er dann als Provinzialschulrat nach Stettin berufen.
Wehrmann war in seinem Beruf hochgeachtet, er reiste viel, visitierte Schulen und besuchte Abiturprüfungen. Aber auch sozial und christlich engagierte er sich: mit seiner Frau war er Planer und Kuratoriumsvorsitzender der Kückenmühler Anstalten bei Stettin , die 1863 eröffent wurden und sorgte sich unerlässlich um Spenden.
Den Tod seiner Gattin am 19. November 1892 überlebte er nur kurz, er verstarb am 28. November.
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Theodor Wehrmann und seine Frau Adelheid geb. Sollbrig

Dieses Bild, dass ihn und seine Frau zeigt, finde ich bemerkenswert: Nicht wie in anderen Paarportraits jener Zeit ein dominierender Ehemann und eine aufschauende Gattin sondern ein liebevolles Mit-und Nebeneinander.
Das Paar hatte 5 Kinder:
1. Karl Peter Theodor Wehrmann
Geburt: 1853-04-09 Zeitz
Tod: 1937-11-02 Stettin
oo 25.10.1883 Johanna Elisabeth Wilde (1860-1940)
6 Kinder: Else W., (* 23. 8. 1884 Stettin. †9/1959  Lübeck, oo 1874 Stettin Caspar Grandorp Nordahl, Königlich Norwegischer Konsul)
Frieda W., (*1877 Stettin, † 1919 Treptow a. d. Rega)
Theodor Oscar W., (* 10.6,1888 Stettin. † 1936 Stettin., oo Lotte v. Quednow)
Ulrich Konrad Peter W., (*9.9.1889, gef. 20.9. 1944, oo Margarete Hermine Luise Sonnabend)
Otto Albrecht W., (*18.12.1893.  Pyritz,  † 19.5.? Recklinghausen, oo Lotte Kolaschinski, * 28.8.1899 Kolberg, † ? )
Walter W.. (* 8.3.1899  Pyritz, † 30. 6.1930  Kolberg)
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Peter Wehrmann

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Laudatio Peter Wehrmann zum 80sten Geburtstag

2. Paul Oskar Wehrmann
Geburt: 9.7.1855 Zeitz
Tod: 19.3.1922 Stettin
Geheimer Justizrat, Rechtsanwalt und Notar in Stettin
oo  12.2.1884 (Urkunde Seite 1, Seite 2) Martha Kisker(*4.5.1862 Stettin- †17.2.1927 Stettin)

2 Kinder: Hans († 1944) und Georg

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Paul Wehrmann

3. Dorothea Wehrmann
Geburt: 14.10.1859
Tod: 3.6.1939 in Stargard

4. Martin August Ludwig Wehrmann
Geburt 16.6.1861 Stettin
Tod 29.9.1937 Stargard (unverheiratet)
Dr. Dr. Phil und Professor, Gymnasialdirektor am Kgl. Marienstiftgymnasium in Stettin, Greifenberg und in Stargard am Peter Gröning Gymnasium

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Martin Wehrmann

Martin Wehrmann war einer der bedeutendsten Historiker Pommerns. Er blieb Zeit seines Lebens unverheiratet und seine beiden Schwestern , ebenfalls nicht verehelicht, lebten mit ihm.

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Dorothea und Bertha Wehrmann

5. Bertha Wehrmann
Geburt 13.1.1866
Tod: Februar 1947 auf der Flucht in Bad Segeberg, Holstein


 

 

 

 

 

Geheimrat Dr. Wehrmann, Nachruf von Christian Muff, Stettin

Evangelisches Monatsblatt für deutsche Erziehung in Schule, Haus und Kirche / Zeitschriftenband (1893)  / Zeitschriftenheft / Nachruf / 5 – 12

Nachruf auf Theodor Wehrmann von Martin Wehrmann in:
Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Kückenmühler Anstalten zu Stettin 1863-1913 : dem Kuratorium der Kückenmühler Anstalten gewidmet von dem Ärztekollegium der Anstalten, Kückenmühler Anstalt. 1863-1913, Jena 1913
Quelle: Alle Angaben und Fotos stammen von Adelheid Meyer-Spelbrink, einer Enkelin von Peter Wehrmann, der ich herzlich für ihre Informationen und Erzählungen danke.