Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern

Erste Mitgliederversammlung vom „Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern“

Am 12. September 2015 fand im Natur- und Umweltpark Güstrow die erste Mitgliederversammlung vom neugegründeten Dachverband der auf den Gebieten der Heimatpflege, des Brauchtums und der Folklore tätigen Vereine in Mecklenburg-Vorpommern statt. Dieser Veranstaltung war 27. Mai 2015 eine Gründungsversammlung vorangegangen, die einen Gründungsvorstand unter der Leitung von Frau Dr. Cornelia Nenz – Leiterin des Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen – wählte und mit der Ausarbeitung einer Satzung beauftragte. Diese liegt nunmehr vor (siehe http://heimatverband-mv.de/) und wurde an interessierte Vereine zusammen mit einer Einladung nach Güstrow verschickt.

Screenshot von http://heimatverband-mv.de/

Screenshot von http://heimatverband-mv.de/

An der Versammlung nahmen ca. 75 Heimatfreunde teil, von denen 47 als Einzel-, kooperative bzw. institutionelle Mitglieder stimmberechtigt waren. Der Gründungsvorstand berichtete über seine bisherige Tätigkeit, wobei mitgeteilt wurde, dass das zuvor vom zuständigen Ministerium präferierte Modell einer engen Zusammenarbeit mit der Stiftung Mecklenburg, die sich besonders auf die Ausreichung und Verwaltung der staatlichen Fördermittel beziehen sollte, nicht die Zustimmung des dortigen Stiftungsvorstands fand. Als Grund wurde die Nichtzuständigkeit der Stiftung für den vorpommerschen Landesteil genannt. Daher wurde an zentraler Stelle kurzfristig umdisponiert und der neue Verein kann nunmehr, genau wie sein in Liquidation gegangener Vorgänger, wieder direkt Mittel beantragen. Wozu diese verwendet werden sollen, stellte Frau Dr. Nenz mit einem anspruchsvollen Leitbildpapier vor. Dieses soll bis zur nächsten Mitgliederversammlung unter den Mitgliedern diskutiert und präzisiert werden. Es ist vorgesehen, das Leitbild alsbald auf der Homepage des Vereins zu veröffentlichen.

Nach der Entlastung des Gründungsvorstands kam es zur Wahl des neuen Vorstands. Aufgrund von Differenzen zwischen der Satzung und der vorgelegten Wahlordnung zog sich dieser Vorgang sehr in die Länge. Im Ergebnis wurden fünf Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands und sechs Vorstands-Beisitzer gewählt. Der Vorstand wählte in seiner konstituierenden Frau Dr. Cornelia Nenz zur neuen 1. Vorsitzenden und die Herren Prof. Dr. Wolfgang Methling, ehemals Umweltminister (https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Methling) und Dr. Christoph Schmitt, Direktor des Wossidlo-Archivs an der Universität Rostock, als Stellvertreter. Da sich bereits im Vorfeld abzeichnete, dass es selbst im erweiterten Vorstand keinen Vertreter eines in Vorpommern angesiedelten Mitgliedsvereins geben würde, kandidierte der Berichterstatter ebenso wie der 1. Vorsitzende des Vereins für Mecklenburgische Familien- und Personengeschichte (MFP) Andreas Parlow jeweils für einen Beisitzer-Posten und beide wurden auch einstimmig gewählt. Beide Vereine sind gegenwärtig jedoch nicht Mitglieder des neuen Dachverbandes, da die vorgelegte Beitragsordnung insbesondere für große Vereine unverhältnismäßig hohe Beiträge fordert. Dieser Umstand soll alsbald durch den neuen Vorstand beraten werden.

Das Problem der Mitarbeit und Vertretung von vorpommerschen Vereinen wurde auf der Mitgliederversammlung nicht thematisiert, sollte jedoch im Vorstand unbedingt alsbald beraten werden.

Zum Abschluss sprachen die Präsidentin des Bundes Heimat und Umwelt (BHU) Frau Dr. Herlind Gundelach (MdB) und der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern Mathias Brodkorb Grußworte. Der Minister übergab dem Vorstand einen ersten Förderbescheid und verwies darauf, dass der Landes-Etat für allgemeine Kulturförderung von gegenwärtig 9,5 Mill. € im Jahr künftig um 2 Millionen € erhöht werden solle (das Land NRW hätte in diesem Fördertopf zum Vergleich nur 25 Mill. €). Er rief die Anwesenden auf, Vorschläge zur Verwendung dieser zusätzlichen Mittel zu unterbreiten, wobei er Kreativität anmahnte. Aus seiner Sicht wären die Vermittlung von Heimatverbundenheit bei Kindern- und Jugendlichen und die Einbeziehung von Flüchtlingen und anderen Neubürgern in die Tätigkeit der Heimatvereine wünschenswerte Schwerpunkte.

Prof. Dr. Hans-Dieter Wallschläger