Reise durch Pommern (4) – Hotels im See-, Sol- und Moorbad Kolberg

Kolberg, See- Sol- Moorbad, im Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern, liegt an der Mündung der Persante in die Ostsee, etwa 54 Grad nördlicher Breite und 16 Grad östlicher Länge und hat 26300 Einwohner. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von etwa 2 1/2 km im Durchmesser. 

Kolberg hat in den Sommermonaten ein kühles, durch häufige Seewinde angenehm erfrischendes Klima. In den Sommermonaten, zu den Tageszeiten, die die Kurgäste vorwiegend zum Aufenthalte am Strande benutzen, wehen Seewinde, die nachts den Landwinden Raum geben. Eine Folge davon ist die so wohltuend wirkende kühle Tagestemperatur gerade in der heißesten Jahreszeit.

Das Damenbad, unweit der Mole in der Nähe des Hafens, der Huke, der Dünenstraße und der Linden-Allee, hat 152 Badezellen; das Herrenbad, weiter nach Osten und nahe der Parkstraße mit 147 und das im vergangenen Jahre bedeutend erweiterte, mit einem Sonnenbad versehene Familienbad mit 210 Zellen. Alle Badeanstalten haben in die See hineinführende Stege und sind mit Rettungsapparaten neuester Konstruktion versehen. Auch hat jede Anstalt eine Restauration. 

Bahnverbindungen aus allen Richtungen fahren täglich nach Kolberg. 

Für zahlreiche Unterhaltungen vor Ort ist gesorgt, zum Beispiel mit Kurbädern gegen verschiedene Leiden, hygienische Turnübungen im Freien, Konzerte, Tanz, Spaziergängen im Stadtwald oder Pferderennen. 

Haus vornehmsten Ranges ist das Hotel und Kurhaus “Strandschloß” im Kurpark, in denkbar schönster Lage, unmittelbar am Meer. Es bietet Fahrstuhl, elektrisches Licht, Festsäle, Wein-, Bier, Kaffee-Restaurant, Kur-Konzerte und Reunions, sowie eine Autogarage.

Es gibt darüber hinaus zahlreiche weitere Hotels und Pensionen in Kolberg. Hier eine Auswahl von Hotels, deren Anzeige mit Abbildungen versehen sind. 

Das Kurhotel Monopol mit Dependance, das größte und vornehmste Kur-Etablissement am Platze. In prachtvoller Lage am Frühkonzertplatz mit Blick auf Park und See. Wohn- und Schlafzimmer mit allem Komfort und voller Pension von 7 Mark an! Im Hause befindet sich u. a. eine American-Bar und ein Grill-Room. “Man verlange Prospekt.”

Im Hotel Bellevue gegenüber dem Kurpark und Rosengarten sind die Zimmer der Neuzeit entsprechend eingerichtet.

Im Hotel Hohenzollern, in angenehmster und bequemster Lage für Touristen und Badegäste gegenüber dem Bahnhof gelegen, helfen Hausdiener zu jedem Zuge am Bahnhof bei der Gepäckbeförderung.

Kaum zu überbieten sind die Vorzüge von Kaufmanns Strand-Hotel, bietet es doch herrliche Lage am Strande, behaglich und elegant eingerichtete Zimmer, vorzügliche Verpflegung, Aussicht auf die Hafeneinfahrt und Leuchtturm, Strandleben und Damenbad.

In der Familien-Pension Park-Hotel bietet Familien mit Kindern Wiener Mehlspeisen und Sorgsamste Küche, diätische Küche für Sole badende Kinder, besondere table d’hôte für Kinder und deren Pflegerinnen, 3 Speisesälen, darunter ein Kinder-Speisesaal.


Im Hotel Neues Logierhaus, in nächster Nähe des Strandes, kann man mittags à Couvert für 2 Mark, im Abonnement für 1,75 Mark, aber auch billig essen.

Im Bahnhofs-Hotel Kolberg, dem vorzüglichen Familienhotel spricht die Nähe zum Bahnhof offenbar für sich.

Direkt an der See, den warmen Solbädern und Kurplatz liegt das neu eröffnete Internationale Kur-Pensionat, in dem sämtliche Zimmer sonnige Balkons und Veranden haben.

 

Quelle: Der neue Prospekt des See-, Sol- und Moorbades Kolberg (1914), herausgegeben von der Städtischen Badedirektion, in: Digitale Bibliothek MV, Link zum Digitalisat: https://digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPN1668791587_1914/7/ (zusammenstellung kf)

Digitalisate der Jahre 1911, 1912, 1913 sind verfügbar.

 

 

Ein Gedanke zu „Reise durch Pommern (4) – Hotels im See-, Sol- und Moorbad Kolberg

  1. Im 1. Weltkrieg ist das Hotel “Siloah” , das in der Darstellung nicht erwähnt ist – kein Moorbad? – als Lazarett genutzt worden. In den Aufzeichnungen meines Schwiegervaters Ernst Griep über seine Zeit als Soldat wird dieses Hotel erwähnt, mußte er doch dort eine Schwere Verwundung auskurieren.
    Ein Bild ist in seinen Aufzeichnungen, die in der Stopler Heimatstube archiviert sind, vorhanden.

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