Wrensch und Wrensch – verwandt oder nicht?

Ein Fallbeispiel von Dr. Klaus Kohrt

 

Wenn ich von meiner Familienforschung erzähle, dann mache ich das immer gerne in anschaulichen Fallbeispielen. Ich erzähle sozusagen eine Bildergeschichte.

Eines dieser Beispiele habe ich am 6. Juni 2019 beim Ahnenforscherstammtisch Unna im Rahmen einer Präsentation über die aktuellen Forschungsmöglichkeiten in Pommern vorgestellt.

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Demminer Findbuch – Domänenrentämter

Ein Gastbeitrag von David Krüger

 

Demminer Findbücher Teil 5

Im Landesarchiv Greifswald lagern verschiedene Bestände über die Stadt und den Altkreis Demmin, welche zum Großteil schon über die Archivsuche Ariadne erfasst sind.

Mein Ziel ist es, die restlichen Findbücher zu veröffentlichen, welche bislang nur als Schriftform (handgeschrieben bzw. Schreibmaschine) vorliegen.

Dieser Beitrag stellt Teil 5 der Serie „Demminer Findbücher“ dar. Weiterlesen

Digitalisierte Kirchenbücher im Kirchenkreisarchiv Greifswald

Unser Mitglied David Krüger tauschte sich vor kurzer Zeit mit dem Kirchenkreisarchiv, aktuell Ersatz für das geschlossene Landeskirchliche Archiv, in Greifswald aus und konnte dadurch erfreuliche Nachrichten über den Stand der Digitalisierung vorpommerscher Kirchenbücher in Erfahrung bringen. Weiterlesen

Der handschriftliche Lebenslauf von Robert Franz Wilhelm Gerbrecht aus dem August 1934

Ein Gastbeitrag von Peter Gerbrecht

 

In memoriam Familie Robert Gerbrecht (Photographie von Louis Klett, Breitestraße 59, Stettin, Ostern 1939)

Vorbemerkungen

Dieser zweite Beitrag im Rahmen meiner Familienforschung macht den Versuch, das Leben unseres seit Ende des Zweiten Weltkriegs verschollenen Großvaters Robert Franz Wilhelm Gerbrecht nachzuzeichnen. Ausgangspunkt dieser Recherche ist dessen im Zuge einer Stellenbewerbung von Mitte August des Jahres 1934 handgeschriebener Lebenslauf ‒ ein aufschlussreiches und mit diversen Privatinformationen versehenes Zeitdokument des damals 25-Jährigen.[1]

Gegenüber standardisierten Formularen, wie im Falle von Personenstandsurkunden, bietet der frei verfasste Lebenslauf nicht nur eine umfassende Chronologie familiärer und ausbildungsbezogener Ereignisse, sondern er gewährt auch gewisse Einblicke in die Persönlichkeit des Autors. So kommt durch die Erwähnung oder Auslassung bestimmter biographischer Daten deren subjektive Bedeutung zum Vorschein, mitunter werden aber auch frappante zeitliche Zusammenhänge erkennbar und fällt manches individuelle Muster oder Stereotyp in den Formulierungsweisen auf.

Ästhetisch betrachtet stellt die in feinstem Sütterlin verfasste Handschrift ein kleines Kunstwerk dar, sie ist aber auch eine Herausforderung für alle, die nicht in der Lektüre und Dechiffrierung dieser veralteten Schreibschrift mit ihrer schroffen Schönheit geübt sind. Neben einer Umschrift, die im Mittelpunkt dieses Beitrags steht und durch Fußnoten umfangreich kommentiert wird, habe ich das originale Manuskript im Anhang als Bilddatei beigefügt. Zur Veranschaulichung und präziseren Einordnung der vom Autor gemachten Angaben sind auch einige weitere Schriftdokumente und Photographien aus jener Zeit herangezogen worden. Ein ausführlicher Blick auf die Geschichte der Familiengründung unseres Großvaters und die Zeit bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs sowie ein kurzes Quellenverzeichnis runden diese Arbeit ab.

Peter Gerbrecht, im November 2019

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Offener Brief zur Entscheidung der Kirchenleitung zur Schließung des Landeskirchlichen Archivs Greifswald und zum Rückzug aus dem geplanten Archivzentrum

Nach der Ankündigung der Nordkirche sich aus dem geplanten Archivzentrum zurückzuziehen (Pressemitteilung), haben unzählige pommersche Vereine, Institutionen und Einzelpersonen Protestschreiben an die Kirchenleitung verfasst. Darin wird fast durchgehend “Entsetzen” über die Entscheidung ausgedrückt und gefordert, dass diese Entscheidung überdacht wird. Auch wir, der “Pommerscher Greif – Verein für pommersche Familien- und Ortsforschung”, gehören zu den Leidtragenden, sollte das aktuelle Archivkonzept der Nordkirche umgesetzt werden.

Daher möchten auch wir unsere Kritikpunkte an die Kirchenleitung in einem offenen Brief zum Ausdruck bringen.

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Navigationsschulen in Pommern

Wer Seeleute unter seinen Vorfahren hat, möchte sicherlich mehr über deren Ausbildung wissen. 1749 wurde die erste öffentliche Navigationsschule in Hamburg eröffnet. In Pommern gab es solche Lehranstalten in  Stettin – Grabow, Stralsund und Barth, aber wie man den nachfolgenden Listen entnehmen kann, gingen Pommern auch nach Danzig oder sogar Königsberg auf die Schule. Zudem gab es laut Brockhaus 1894 sieben Navigationsvorschulen (z.B. in Zingst, Stralsund, Stolpmünde, Swinemünde)

Stralsund Tribseer-Thor und Navigations-Schule

Geissler, Robert : Tribseer-Thor und Navigations-Schule Stralsund / N. d. Nat. gez. u. lith. v. Rob. Geissler. – Stralsund : Bremer, [1869?]. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90031976 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/


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Kriegskind sucht Vater

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

 

Lösungsweg durch viele Zufälle vom 23. August 2005 bis 09. September 2005.

Am 23. August 2005 kam von einer Dame aus Berlin eine Anfrage an das Fremdenverkehrsamt Seebad Zempin auf der Insel Usedom nach der Person:

E. H., geboren 1916 und 1939 als in Zempin (Usedom-Wollin) ansässig registriert. Erschwerend bei der Suche kam hinzu, dass die Geburtsurkunde in Stettin ausgestellt war (vielleicht war die Entbindung im Krankenhaus?) und die Dame durch Suche in militärischen Listen auf den Wohnort Zempin auf Usedom gekommen ist. Die Dame hatte bereits Forschungen betrieben und herausgefunden, dass H. 1943 in Frankreich militärisch stationiert war.

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Reise durch Pommern (8) – Segler-Erinnerungen

Jürgen Diem hat, von unseren Reisebeschreibungen inspiriert, in seinem Bestand eine Geschichte aus dem Jahr 1913 gefunden, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten.

Segler-Erinnerungen
von Rudolf König, aufgeschrieben von Kurt Fleischfresser

Nun hatte ich also ein eigenes richtiges Segelboot, und es gab in den Ferien kaum einen Tag, wo der „Wandervogel” nicht auf Fahrt war. Im Sommer 1913 machte ich mit dem Boot meine erste größere Reise. Mein Freund Hans Radke aus Stettin besuchte mich, und es wurde sofort eine Fahrt angesetzt. Das Boot war mit einer Persenning versehen. Im Seesack wurde eine Matratze verstaut nebst Decken und Mänteln. Eine kleine Proviantkiste wurde wohlgefüllt‚ Petroleumkocher‚ Topf und Bratpfanne verstaut und fertig war die Reiseausrüstung.

Der Plan war: Über See bis Dievenow, Cammin‚ Wollin‚ durchs Haff bis Stepenitz und Stettin; dann zurück nach Ziegenort und übers Haff nach Swinemünde. Weiterlesen