Provinzialobstbaumschule in Stargard

Ein Beitrag von Christian Hell

 

Ich habe ein Gartenbaustudium in Hannover absolviert und bin an gartenbaulichen Themen immer interessiert. Im Zuge meiner Ahnenforschung in Pommern bin ich auf meinen 7-fachen Urgroßvater Christian Conrad Hoffmüller gestoßen, der in Kirchenbuch der Johanniskirche in Stargard als Kunst- und Lustgärtner bezeichnet wurde. Er starb 1741 im Alter von 80 Jahren, lebte also von ca. 1661 – 1741.

Auch seine Nachfahren sind in diversen Kirchenbüchern in den Kreisen Saatzig, Naugard und Regenwalde als Kunst- und Lustgärtner oder nur als Gärtner bezeichnet worden. Nach unbestätigten Informationen haben sich in Mexico (Ortsteil von Stargard) die Hoffmüllers eine Saatgutfirma aufgebaut, die wohl bis zum Ende des 2. Weltkrieges Bestand hatte.

Auf der Suche nach Gartenbaubetrieben in Verbindung mit dem Namen Hoffmüller in und um Stargard bin ich nicht fündig geworden. Auch nach intensiven Recherchen in diversen Chroniken des Gartenbaus und hier insbesondere der Baumschulwirtschaft haben keine Ergebnisse gebracht. Ich selbst habe an der Erstellung einer Chronik der Baumschulen in Schleswig-Holstein mitgewirkt und weiß daher, wie schwer es ist an Informationen zu kommen. Selbst die 3 Chroniken des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) der Jahre 1957, 1982 und 2007 konnten nicht weiterhelfen.

Ich bin aber im „Conversationslexicon für Gebildete aus allen Ständen“ von 1837 (siehe Abb.) auf den nachfolgenden Eintrag für die Stadt Stargard gestoßen (siehe Abb.)

Wenn in dieser kurzen Beschreibung für Stargard die Existenz einer Provinzialobstbaumschule in einem überregionalen Lexikon an erster Stelle erwähnt wird, dann muss diese sehr bedeutend gewesen sein. Aber welches Obst ist hier vermehrt worden? Mir fällt dazu nur die weiße Maulbeere ein, die in Pommern vielfach angebaut worden sein soll.

Gibt es Hinweise, wo die Provinzialobstbaumschule gelegen haben soll? Welche Obstart wurde hier vermehrt? Wer waren die Abnehmer des hier produzierten Obstbäume? Ich bin dankbar für jeden Hinweis.

Christian Hell

2 Gedanken zu „Provinzialobstbaumschule in Stargard

  1. Hallo Frau Ott, ganz herzlichen Dank für die Hinweise. Für mich hochintereessant, da Themen angesprochen werden, die auch in der heutigen Zeit im Baumschulwesen noch eine Rolle spielen.

  2. Lieber Herr Hell, es ging wohl um Apfel- und Birnbäume, gegründet wurde die Obstbaumschule mithilfe eines Legats eines Hofraths Marquardt 1818.

    Im Amtsblatt Stettin No 44 u.a. aus 1818 findet man mehr dazu:
    https://books.google.de/books?id=nSw_AAAAcAAJ&newbks=1&newbks_redir=0&vq=marquardt&hl=de&pg=PA491
    https://books.google.de/books?id=nSw_AAAAcAAJ&newbks=1&newbks_redir=0&vq=marquardt&hl=de&pg=PA507#v=snippet&q=marquardt&f=false

    auch 1821
    https://books.google.de/books?id=PS0_AAAAcAAJ&pg=RA1-PA130&lpg=RA1-PA130
    Im Amtsblatt könnte sich sicher noch mehr finden lassen.
    Viel Erfolg
    M.Ott

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