Reilly Karten

Franz Johann Joseph von Reilly * 18.8.1766 Wien, † 6.7.1820 Wien war Verleger, Kartograph und Schriftsteller.
Nach dreijähriger unbezahlter Tätigkeit im Staatsdienst begann R. 1789 aufgrund des von seinem Vater geerbten Vermögens mit der Herausgabe kartographischer Kupferstichwerke. Vorbild dürfte Franz Anton Schrämbl (1751–1803) gewesen sein, der seit 1786 zunächst in Troppau, dann in Wien einen großformatigen Weltatlas veröffentlichte. Im Unterschied zu Schrämbl wählte R. für seinen „Schauplatz der fünf Theile der Welt“ ein handliches Kartenformat, das den Käuferwünschen eher entgegenkam und dementsprechend zu einem großen Verkaufserfolg wurde. Nachdem der Atlas bis Ende 1802 auf fast 700 Kartenblätter angewachsen war, kam es infolge der Napoleonischen Kriege zu Verzögerungen und 1806 zum Abbruch des Unternehmens. So umfaßt der „Schauplatz“ letzten Endes nur Europa, zählt jedoch mit 830 Karten bis heute zu den umfangreichsten geographischen Atlanten weltweit.

Des Schwedischen Herzogthums Pommern Nordwestliche Aemter

Des Schwedischen Herzogthums Pommern Nordwestliche Aemter

Parallel zum „Schauplatz“ veröffentlichte R. in seinem 1792 gegründeten „Landkarten- und Kunstwerke-Verschleiß-Komptoir“ (später „Geographisches Verschleiß-Komptoir“) neben Teilausgaben seines Hauptwerkes (u. a. „Atlaß von Deutschland“., 1803, 285 Karten) und Einzelkarten (insbes. zu politisch-territorialen Änderungen) eine Reihe weiterer Atlanten, u. a. den ersten österr. Schulatlas (1791/92, 42 Karten) und den großformatigen „Großen Deutschen Atlas“ (1794-96, 28 Karten, eigentl. ein Weltatlas u. d. erste in Österr. erschienene komplette allg. Weltatlas) sowie den ersten Postrouten-Atlas überhaupt (Allgemeiner Postatlas, 1799, 40 Karten). Mit seiner enormen Produktion (1789–1802 erschien mindestens eine Karte pro Woche) besaß R.s Verlag um die Jahrhundertwende eine dominierende Stellung in der aufstrebenden Wiener Privatkartographie, die Nürnberg, das zuvor führende Zentrum der Kartenherstellung im Röm.-Dt. Reich, überflügelte.

(Text aus Neue deutsche Biographie )

Detail aus obiger Karte

Detail aus obiger Karte

Die Bayerische Staatsbibliothek hat damit begonnen anscheinend den kompletten(?),  zumindest aber große Teile der Atlanten „Schauplatz der fünf Theile der Welt“ (bisher 345 Karten) einzuscannen und online zu stellen. Jetzt sind auch die Pommern betreffenden Karten in sehr guter Qualität erschienen. (Link zum Gesamtverzeichnis)

Alle Karten stehen unter (CC BY-NC-SA 4.0) Lizenz. Leider hat der angebotene PDF-Download keine gute Auflösung.

Das Herzogthum Pommern Preussisch und Schwedischen Antheils

Des Herzogthums Hinterpommern Schlawischer und Rummelsburgischer Kreis

Des Herzogthums Hinterpommern Stolpischer, Lauenburgischer und Bütowscher Kreis

Des Herzogthums Hinterpommern Saatziger, Pyritzischer und Greiffenhagischer Kreis

Des Herzogthums Hinterpommern Greiffenbergischer, Flemmingscher, Borkischer, Ostenscher und Daberscher Kreis

Des Herzogthums Hinterpommern Belgardischer, Neustettinischer und Fürstenthumscher Kreis

Der Neumark oder des Östlichen Theiles von Brandenburg Soldinscher, Königsbergscher, Landsbergscher und Friedbergscher Kreis

Der Neumark oder des Östlichen Theiles von Brandenburg Schiefelbeinscher, Dramburgscher und Arenswaldischer Kreis

Des Schwedischen Herzogthums Pommern Südöstliche Aemter

Des Schwedischen Herzogthums Pommern Nordwestliche Aemter

Des Preussischen Herzogthums Vorpommern Südoestliche Aemter

Des Preussischen Herzogthums Vorpommern Nordwestliche Aemter

Das Fürstentum Rügen