Reise durch Pommern (5) – Das Rummelsburger Bergland

Die Kreise Rummelsburg und Bublitz sind am dünnsten bevölkert in ganz Pommern; sie zählen nur 30 Einwohner auf 1 qkm. Weit zerstreut liegen die einzelnen Gehöfte, umgeben von Kirsch- und Apfel, seltener von Pflaumen- und Birnbäumen. An einer Seite reckt ein einfacher Ziehbrunnen seinen langen Winkelarm in die Höhe und gegenüber liegt der aus Tonpatzen aufgebaute Backofen. Jedes Dorf bildet hier so ziemlich ein eigenes Reich. Ist auch das Land vielfach Sandboden und erscheint es dem Reisenden oder Wanderer, der die Hauptwege benutzt, als einförmige Heide, so hat doch gerade dies Gebiet seine besonderen Reize. Weiterlesen

Suchanfrage Ernst Radtke

Ernst Radtke wurde im Jahr 1921 in Seinskau (Zajonskowo), Kreis Löbau, Westpreußen geboren. Im Taufeintrag wird seine ledige Mutter als “Ansiedlertochter” bezeichnet.

Sie blieb unverheiratet und ertrank 1930 in einem Teich auf dem gepachteten Hof ihres Vaters in Glasenapp, Kreis Neustettin. Dort lebte Ernst Radtke dann zunächst gemeinsam mit seiner Großmutter, die in demselben Jahr Witwe wurde.

Irgendwann danach brannte dieser Hof ab, wann genau das war, ist allerdings unklar. Lässt sich darüber mehr herausfinden?

Später arbeitete die Großmutter auf einem anderen Hof in oder bei Bublitz, möglicherweise in Christophshagen, Kreis Köslin.

Es ist nicht klar, ob das folgende Foto den früheren (dann abgebrannten) in Glasenapp oder den späteren Hof bei Bublitz zeigt. Wie kann ich darüber mehr erfahren?

Ernst Radtke hat in den Jahren 1937 – 1940 bei Maschinenfabrik Arthur Schütz in Bublitz eine Maschinenschlosserlehre absolviert und dann dort bis zur Einberufung zur Wehrmacht im Februar 1941 als Geselle gearbeitet. Existiert noch ein Foto der Maschinenfabrik?

Ernst Radtke wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen und konnte sich bei Kriegsende über Umwege in den Westen durchschlagen.

In seiner Heiratsurkunde aus dem Jahr 1947 steht, dass seine Mutter Berta Maria Luise Radtke am 5. Mai 1888 in “Altvalm, Westpreußen” geboren wurde. Einen solchen Ort gibt es allerdings nicht. Hier könnte es zu einer Verwechslung gekommen sein. Richtig ist hier wohl eher der Ort Alt Valm, Kreis Neustettin, unweit des Ortes Glasenapp. Hier konnte ein möglicherweise passender Taufeintrag vom 15. Juni 1890 (Geburt 14. Mai 1890) gefunden werden.

Ich freue mich über jeden Hinweis.

Werner Radtke

 

 

Osterbräuche und Ostersitten

Im Bublitzer Brief Nr. 130 aus dem April 1963 berichtet Paul Krause über “Osterbräuche und Ostersitten in unserer Heimat”:

Stiep’, stiep’ Eier, für sechs Dreier —
gibst du mir kein Osterei,
stiep’ ich dir das Herz entzwei.

„Weihnachten im Schnee — Ostern im Klee / Weihnachten im Klee — Ostern im Schnee”, besagt eine alte Bauernregel. Hoffen wir, daß uns nach diesem harten und langen Winter schöne, son­nige Osterfeiertage beschert sein mögen und daß diese alte Bauernregel eintrifft. Auch in unserer lieben Heimat hatten wir manchmal weiße Ostern über Nacht bekommen, die jedoch beim Sonnenschein sehr schnell verschwanden. In Erinnerung geblieben sind die schönen Ostertage, und am schönsten war immer ein sonniger Ostermorgen. Gut, daß man in Erinnerung die schönen behält und schlechte Tage schnell vergißt. Gingen diese leuchtend nieder, leuchtet es lange noch zurück.

Bublitz in Pommern - Marktplatz mit Johannis-Kirche

Bublitz in Pommern – Marktplatz mit Johannis-Kirche

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Hans-Jürgen Heise verstorben

Erst jetzt wurde bekannt, dass der Schriftsteller Hans-Jürgen Heise am 13. November in Kiel im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Bublitz 1917

Bublitz 1917 via zeno.org, gemeinfrei

Hans-Jürgen Heise, Professor, Lyriker, Essayist, Literaturkritiker und Übersetzer englisch- und spanischsprachiger Poesie, wird am 30. Juli 1930 in Bublitz als Sohn des Krankenkassengehilfen Artur Heise und der Hildegard geb. Scheller geboren. Nach dem Tode seiner Mutter (1934) lebt er vorübergehend bei seinen Großeltern väterlicherseits (Hermann Heise) in der Neustettiner Str. 7 in Bublitz. 1937 wird Heise in Treptow a. d. Rega eingeschult, wohin sein Vater inzwischen verzogen war. Im selben Jahr erfolgt aber schon der Umzug nach Berlin. Im Sommer 1941 kehrt er wegen der feindlichen Bombenangriffe auf Berlin nach Bublitz zurück. Die Flucht vor der heranrückenden Roten Armee führt ihn wieder nach Berlin. Weiterlesen

Der Zug der Salzburger durch die Stadt Bublitz 1732

Ein schöner warmer Herbsttag des Jahres 1732 ging zur Neige. In langem Zuge bewegten sich Wanderer auf der alten Nasebander Landstraße auf Bublitz zu. Es waren Männer. Frauen und Kinder von fremdländischem Aussehen, mit breitkrempigen Hüten und langen Röcken von dunkler Farbe, die Männer in Wadenstrümpfen. Man bemerkte auf den ersten Blick, dass es Fremdlinge waren, allen war anzusehen, dass sie eine lange Wegfahrt hinter sich hatten. Mühsam nur kamen sie auf den sandigen Waldwegen vorwärts. Es war ein Teil der Salzburger Emigranten. die durch das Edikt des Erzbischofs Leopold von Firmian von Salzburg im Herbst 1731 um ihres protestantischen Glaubens willen aus ihrer Heimat vertrieben wurden .“Mit hintantragendem Sack und Pack” und dem Segenswunsch „So fahret hin zum Teufel“ wie es in alten Schriften heißt, mußten sie auf Befehl des Erzbischofs und ohne Schutz des Kaisers über die Grenze. Weiterlesen