Über das Aufschreiben von Erinnerungen, …

… über Trauer und Schmerz, über das “Warum” und “Für wen”, über ein paar in Sätze gekleidete Notizen und eine Fortsetzung. Hoffentlich. Auf jeden Fall ein Liebesbrief.

Seit vielen Jahren schreibe ich meine Familiengeschichte(n) auf. Interessante Funde zu längst verstorbenen Vorfahren, Notizen aus Erzählungen von Verwandten, eigene Erinnerungen werden in lesbare Sätze gekleidet. Inzwischen sind daraus vier Bücher entstanden, die ich in der Familie verteilt habe. Zahlreiche weitere Aufsätze warten darauf, in einem Buch zusammengefasst zu werden. Ich bin noch nicht fertig, ich habe noch viel, worüber ich schreiben möchte. Muss.

Diejenigen, die im März 2019 beim Greif-Seminar in Greifswald dabei gewesen sind, können sich bestimmt noch an meinen voller Begeisterung gehaltenen Vortrag über das Aufschreiben von Geschichten hinter den Daten erinnern. Ich erzählte zum Beispiel von den unzähligen Gesprächen mit meiner Mutter, über ihre Erinnerungen und wie ich mir dabei schnell, oft unleserlich, auf den unmöglichsten Papierschnipseln Notizen gemacht hatte. Einmal hatte ich hastig eine Notiz auf einen auf dem Tisch liegenden Umschlag gekritzelt und sie hatte gesagt: „Wenn ich dich so schreiben sehe, muss ich immer an John Maynard denken: Und die Schwalbe fliegt über den Eriesee. Und dein Stift fliegt über den leeren Umschlag.”

Vorbei.

Wenige Wochen nach eben diesem Vortrag starb meine Mutter. Ich hatte zu ihr eine enge Beziehung, ihr Tod hat mich schwer getroffen. Ich vermisse sie jeden Tag, ihre Sprüche fehlen mir, ihre Geschichten.

Im Herbst 2019 schaffte ich es unter vielen Tränen, in einem Trauerbuch all die Erinnerungen an die Krankheit, den Tod, die Beerdigung meines Vaters, dann die Geschehnisse rund um den Tod meiner Mutter aufzuschreiben, an die bewegenden Trauerreden, die ich für beide gehalten hatte. An das Leerräumen der Wohnung, bei dem auch oft gelacht worden ist. An die Reise nach Velgast, Rügen und Zingst, die ich gemeinsam mit meiner Schwester zum Andenken an meine Mutter gemacht hatte.

Und dann folgte eine Schreibblockade. Eine Leere, ein “Warum” und “Für wen”. Ich arbeite für den Greif-Blog, freue mich riesig über die Beiträge der anderen Forscher, Geschichten rund um deren Forschung. Habe selbst so viele Ideen, was ich schreiben könnte und ja auch will, aber am Ende des Tages habe ich wieder keine einzige Zeile über meine eigene Familienforschung zu Papier gebracht.

Dabei fühle ich gleichzeitig, dass ich es tun MUSS, denn niemand außer mir kennt die Geschichten meiner Eltern und meine eigene so gut wie ich. Und vermutlich niemand außer mir wird später mit den Notizen noch etwas anfangen können, viele davon immer noch nur in Stichworten vom Zettel in den PC getippt. Einblicke in ein Leben, für mich wichtig und interessant genug, dass ich sie mir sofort aufgeschrieben habe.

Erzählenswert allein schon deshalb, weil es ihr Leben war, ein Teil von mir und meinen Nachkommen.

Erinnerungen für mich als Kind meiner Mutter an meine Mutter als sie Kind war. Genau deshalb: Weil sie mir zeigen, dass meine Mutter nicht immer nur meine Mutter gewesen war. Sie war selbst auch mal jung, war Kind gewesen.

2021 wird nun das Jahr, in dem viele dieser Notizen und Stichworte erstmals in Sätze gekleidet werden. Erinnerungen an ihre Kindheit, die sie weitestgehend bei ihrer Oma verbracht hatte. Eine Kindheit, so ganz anders als meine. Fahrten mit dem Zug, als Vierjährige, ganz alleine. Über die gute Stube, in der ihre Mutter abends an dem Heiligabend starb, als meine Mutter sieben Jahre alt wurde. Über Zöpfe, die sie nicht tragen durfte und schmutzige Fingernägel. Über die Flucht in die britische Zone und dem Grund, warum sie darüber so glücklich war.

Jede noch so kleine Erinnerung ist wichtig. Jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden, weil jedes Leben einzigartig ist. Die Frage nach dem “Warum” ist also klar.

Bleibt die Frage nach dem “Für wen”.

Meine Mutter hat sich über jedes meiner Bücher gefreut. Das letzte war das Buch über die Lebensgeschichte ihres Vaters gewesen. Gott sei Dank habe ich ihr das noch schenken können! Im Zweifel schreibe ich nun weiter, weil es MIR wichtig ist. Den Rest der Familie kriege ich auch noch, irgendwann.

Eine Freundin schrieb mir mal folgende Zeilen, ich finde, die passen hier nun wirklich gut.

Irgendwann, wenn deine Tochter schon Oma ist,

wird ein Cousin 5. oder 6. Grades mit ihr Kontakt aufnehmen

und dann werden die beiden auf den Speicher gehen, alte Koffer und Truhen öffnen

und nach deinem Buch suchen.

Sie werden es finden, allerdings schon ein bisschen staubig,

und der Cousin wird hocherfreut mit seinem Schatz von dannen ziehen und denken:

„Man gut, dass es Leute gibt, die mal was aufgeschrieben haben.”

 

Erinnerung an Superintendent Klaus Ewert

Es sind nicht immer große Ereignisse, an die man sich ein Leben lang erinnert. Es sind auch nicht immer großartige Funde, die einen Ahnenforscher weiterbringen. Manchmal sind es kurze Momente oder wenige Informationen, die einen Weg aufzeigen, in uns etwas auslösen. Manchmal kommt die Erinnerung an einen solchen Moment genau passend zu einem Stichtag. Als ich vor ein paar Tagen nach Jahren wieder einmal in eine Mappe schaute, ist genau das ist passiert.

Am 7. Dezember 1992 starb Superintendent i. R. Klaus Ewert in Bergen auf Rügen.

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Das erste Auto in Odermünde (Scholwin) 1936

Es war eine Sensation, im kleinen Odermünde (vormals Scholwin), nördlich von Stettin knatterte und hupte es: Der Elektromeister Augustin Weiss kaufte sich einen Opel P4, es war eine der ersten Autos, den “man” sich leisten konnte.

Augustin und Pauline Weiss mit Tochter Maria Marten geb. Weiss, 1936 Odermünde

Auch damals schon musste dafür ein Führerschein gemacht werden. Mein Ururgroßvater Augustin Weiss (1873-1948) machte also im “hohen Alter” von 63 Jahren den Führerschein. Weiterlesen

Auf Spurensuche von Oma und Opa

Kurzmitteilung

Auf Spurensuche von Oma und Opa

Ahnenforschung: Auf den Spuren der Vorfahren
Darüber diskutiert Klaus Pokatzky im Deutschlandfunk Kultur mit der Berufsgenealogin Andrea Bentschneider und der Archivarin Thekla Kluttig von der Zentralstelle für Genealogie in Leipzig (als Podcast)

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ahnenforschung-auf-spurensuche-von-oma-und-opa.970.de.html?dram:article_id=437003

 

Was machte Großvater in der Nazizeit?

Kurzmitteilung

Was machte Großvater in der Nazizeit? Eine Anleitung zur Recherche

Auch über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wirken verschwiegene oder vergessene Geschichten in den Familien nach. Wie sich das äußert und wie man mehr über die Familiengeschichte herausfinden kann, lesen Sie auf dieser Seite.
https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2012/was-machte-grossvater-der-nazizeit-eine-anleitung-zur-recherche-15479

Die drei ??? und das Geheimnis der dicken Nase

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Die drei ??? und das Geheimnis der dicken Nase – Abenteuer Familienforschung –  Netter Podcast vom @dlfkultur über kids-genealogie, Kinder interviewen die Großmutter

https://www.kakadu.de/abenteuer-familienforschung-die-drei-und-das-geheimnis-der.2728.de.html?dram:article_id=428884

Bild: Kaiser Maximilian und seine Familie, Bernhard Strigel [Public domain], via Wikimedia Commons

Weltweit größter Stammbaum

Kurzmitteilung

Weltweit größter Stammbaum

Da es eine dpa Meldung gab, findet man derzeit in vielen Zeitungen (z.B. http://www.zeit.de/wissen/2018-03/stammbaumforschung-ahnen-migrationsgeschichte-500-jahre-studie) eigentlich immer gleiche Berichte über eine Veröffentlichung von Wissenschaftlern bei myheritage in Science zum Thema Stammbaum und Familienforschung. Am meisten kann myheritage selber noch beitragen

Forschungsergebnisse des Wissenschaftsteams von MyHeritage in der Zeitschrift Science vorgestellt

 

Vatersuche – Mutter und der Maschinist?

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Vatersuche – Mutter und der Maschinist?

Die “Spur der Ahnen” Folge vom Mittwoch dieser Woche müssen wir besonders empfehlen, schließlich hat unser Mitglied Inger Buchard bei den Recherchen in Dänemark mitgewirkt 🙂
Der Link zur Mediathek:
https://www.mdr.de/mediathek/video-171728_zc-89922dc9_zs-df360c07.html