Ortschroniken im Allgemeinen und von der Insel Usedom im Besonderen

Ein Beitrag von Hilde Stockmann

 

Bei den Greif-Mitgliedern steht die Familienforschung an erster Stelle. Aber jeder, der forscht, befasst sich mit den Orten und Ländern, die seine Familie berührt.

Ich selbst habe Neugier bekommen auf Familienforschung, da mein Mann aus einer Familie stammt, die schon seit 1924 einen Verein gebildet hatte, der bis heute besteht. Bei den Treffen wird berichtet und eine jährliche Zeitung vertieft Vergangenheit und Gegenwart.

Ich lebe seit 1977 auf der Insel Usedom.

Nach der Wende erschienen viele Artikel in Zeitungen und durch Nachauflagen, die die Geschichte der Orte und des Landes, das nun wieder „Vorpommern“ genannt werden durfte und eine eigene Flagge hatte, neugierig machte. Auch sollte in den Orten der DDR erst ab 1945 die Geschichte gesammelt werden. Hermann Heinz Wille (1923-2002) hat viele Reisebeschreibungen und Bücher über Usedom geschrieben. Er beschreibt auch, wie schwer es ihm gemacht wurde, etwas auch über die Geschichte vor 1945 zu schreiben. Zu DDR Zeiten waren die Bewohner der Insel Usedom einfach ebenfalls Mecklenburger genannt worden. Es gab dann auch keine Länder mehr sondern Bezirke.

So hat auch nach der Wende der Verlag „Sylt Reprint“ aus Hörnum viele Werke Vorpommerns wieder verlegt. Auf all diese neuen „alten“ Informationen habe ich mich gestürzt. So zum Beispiel die Chronik der Insel Usedom von Robert Burkhardt von 1909 bis 1912.

1995 verlegte die Historische Kommission für Pommern „Die schwedische Landesaufnahem von Vorpommern 1692 – 1709“.  Band 1: Insel Usedom.

So standen mir Infos zu allen Orten der Insel Usedom bereit. Ich sammelte und sammelte, alles nach Orten der Insel Usedom getrennt. Das sich erweiternde Internet, auch mit ebay, brachte gute Ergebnisse mit Postkarten, Landkarten und Büchern.

Nun habe ich viele Ordner, mit seltenem Material und bin 82 Jahre alt. Habe keine Nachfolger, die Interesse an der Sammlung haben oder diese weiterführen möchten. Das hat mir schon viele Sorgen bereitet.

Auf der Jahresversammlung am 08.03.2019 des „Greif“ war ein Vortrag über die neuen Internetseiten  „Ortschroniken M-V“ von Wilfried Steinmüller. Auf dieser Homepage können alle Sammler und Chronisten ihre Texte und Bilder der Geschichte des Ortes einfügen. Die Ausführungen haben mich sehr interessiert, aber es hat sich kein Mitglied dazu geäußert und in der Gruppe Usedom hatte auch kein Mitglied Interesse daran mitzuarbeiten.

2019 kam Besuch in die Ausstellung des Heimatvereins Zempin e.V. in „Uns olle Schaul“ vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern. Wir kamen auf die Möglichkeiten im Internet zu sprechen. Als ich daraufhin die Homepage: www.ortschroniken-mv.de nochmals anschaute, waren Gemeinden um Rostock begonnen, aber die Insel Rügen und Usedom waren noch „unberührt“.

Ich hatte erkannt, dass meine Sammlungen über die Orte der Insel Usedom in dieser Homepage gut aufgehoben sein würden!

Mit den Betreuern sollte Anfang April 2020 und auch November 2020 eine Beratung der Heimatvereine in Wolgast sein, aber „Corona“ lies es nicht zu. Darauf hatte ich mich gefreut, um meine vielen Fragen los zu werden.

Mein Ehrgeiz packte mich, obwohl ich keine Programmier – Erfahrung habe. Der Anfang war bald zum Verzweifeln, aber ein junger Urlaubsgast half ein wenig und der Faden war gerissen, wenn auch nicht so, wie die Betreuer der Seite sich dies gedacht hatten. Sie gaben Hinweise und änderten meine Fehler.

Nun arbeite ich fast täglich und kopiere aus anderen Orten Teile des Quelltextes und wende diese auf der Insel entsprechend geändert an. Ich „programmiere“ also nicht, sondern suche mir in der Anleitung oder den bereits gefertigten Seiten entsprechende Quelltexte und arbeite sie um. Die erste Seite jeden Ortes ist nach einer Grundstruktur aufzubauen. Auf den folgenden Seiten kommen die ergänzenden Berichte.

Zuerst habe ich alle Gemeinden mit ihren Ortsteilen der Insel Usedom angelegt – das sah auf der Seite Kartenansicht schon gut aus, 28 rote Bücher erscheinen jetzt da! Endlich, Vorpommern bekommt Gewicht.

Nun kopiere ich aus meinen Ordnern und habe noch viele Monate damit zu tun. Manchmal stelle ich auch wieder etwas zu einzelnen Themen wie Personen, Kirchen usw. zusammen. Es macht mir viel Freude meine Sammlung damit etwas länger leben zu lassen, als mich selbst.

Jeder ist aufgefordert sein Wissen zu jedem Ort einzubringen, damit sich die Karte schnell füllt und auch aktuell gestaltet wird. Auch einzelne Berichte oder Bilder kann jeder, der sich angemeldet hat, einfügen, ohne die Seite angelegt zu haben. Gern helfe ich über die Anfänge hinweg. Einzelne Artikel, die vielleicht in Lokalzeitungen veröffentlicht sind, können hier eingebracht werden und sind so schneller zu finden als in alten Zeitungen.

Es schlummert so viel in den Schränken der Vereinsmitglieder, was nicht verloren gehen sollte.

Kriegskind sucht Vater

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

 

Lösungsweg durch viele Zufälle vom 23. August 2005 bis 09. September 2005.

Am 23. August 2005 kam von einer Dame aus Berlin eine Anfrage an das Fremdenverkehrsamt Seebad Zempin auf der Insel Usedom nach der Person:

E. H., geboren 1916 und 1939 als in Zempin (Usedom-Wollin) ansässig registriert. Erschwerend bei der Suche kam hinzu, dass die Geburtsurkunde in Stettin ausgestellt war (vielleicht war die Entbindung im Krankenhaus?) und die Dame durch Suche in militärischen Listen auf den Wohnort Zempin auf Usedom gekommen ist. Die Dame hatte bereits Forschungen betrieben und herausgefunden, dass H. 1943 in Frankreich militärisch stationiert war.

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Reise durch Pommern (2) – Zinnowitz auf Usedom im Jahr 1855

Fremdenliste für die Badeanstalt in Zinnowitz im Jahre 1855

Von den 140 Badegästen, die Zinnowitz 1855 zählte, stammen 60 aus Wolgast, die Mehrzahl aus Vorpommern. … Daß keine Berliner darunter sind, erklärt sich aus den damaligen Verkehrsverhältnissen, die für Swinemünde, Heringsdorf und Misdroy viel günstiger lagen. Leider sind alte Badelisten äußerst selten.

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Aus der Schwedenzeit der Insel Usedom

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

 

Die Schwedenzeit auf der Insel Usedom begann mit der Landung des Königs Gustav II. Adolf, und seinen Truppen im Jahre 1630 zur Mittsommerzeit. Sie dauerte auf unserer Insel durch Kriegsende und Erwerb durch Preußen bis zum Jahr 1720.

Welche Spuren sind aus dieser Zeit heute noch auf der Insel zu finden?

Wer sich ein wenig mit dieser Geschichte befasst, findet noch viele Hinweise auf diese Zeit. So können wir, dank Herrn Ulrich Knöfel aus Loddin und dem Heimatverein Loddin ein Kleinod aus dieser Zeit im Heimatmuseum im Bahnhof Kölpinsee bewundern.

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Aus dem Leben der Familie des Pastors in Koserow auf Usedom, Felix Coulin

Ein Gastbeitrag von Hilde Stockmann

Aus dem Leben der Familie des Pastors Felix Coulin
* 01.12.1879 in Libau +10.10.1963 in Kiel
Pastor in Koserow, Insel Usedom von 1918 – 1945

 

Ich habe im Laufe der Jahre viel über die Kirche Koserow zusammengetragen.

Aber über den interessanten Lebensweg des Pastors Coulin in Koserow haben wir erst erfahren, als die Enkelkinder zum 100. Antritt des Großvaters zu Besuch kamen und uns Berichte gaben.

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Usedom: Startschuss für Bau des Swine-Tunnels

Kurzmitteilung

Usedom: Startschuss für Bau des Swine-Tunnels

Swinemünde – Świnoujście die drittreichste Stadt Polens….

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Usedom-Startschuss-fuer-Bau-des-Swine-Tunnels,swinetunnel118.html